Esoterikseminar in Ottawa geht in die Verlängerung

by admin2

Der politisch korrekteste Politiker der westlichen Zivilisation. Er ist jung. Er ist gutaussehend. Er hat eine nette Familie. Er wurde als Kanadas Kennedy gepriesen. Er hat die CO 2 Steuer eingeführt. Er ist bekennender Feminist. Er hat 25.000 Fluchtmigranten aus Syrien aufgenommen. Er hat das F-35 Programm aufgekündigt. Er ist für die Homo-Ehe. Er hat sich dutzendfach bei den Indianern entschuldigt. Er zögert keine Sekunde sich in noch so exotischen Trachten zu zeigen. Er hat so ziemlich jedes politisch-korrekte Klischee erfüllt, welches einem menschlichen Gehirn entspringen könnte. Er ist sozusagen der Anti-Trump.

Und er wurde mit 33 Prozent der Stimmen als Premierminister wiedergewählt. Die Rede ist von Justin Trudeau. Dank des relativen Mehrheitswahlrechts, welches Kanada vom Mutterland übernommen hat, führt seine Liberal Party die Prognosen mit 157 Mandaten an.

Die Konservativen unter dem noch jüngerem Andrew Scheer kommen zwar auf 34,5 Prozent der Stimmen, jedoch lediglich auf 121 Mandate.

Und nun kommen wir zum eigentlichen Thema. Die Reaktionen der linken deutschsprachigen Medien auf den Wahlausgang in Kanada. Der Messias des Regenbogens wurde wiedergewählt. Der strahlende Sonny-Boy darf weiterhin progressiven Frohsinn auf G-7 und G-20 Gipfeln verbreiten. Der linksliberale Strahlemann darf weiterhin die Fürsten der realpolitischen Finsternis, von Trump über Johnson bis Putin und Prinz Salman, in ihre düstere Schattenwelt der Geopolitik verdrängen.

Man stelle sich den umgekehrten Ausgang der Wahl vor. Konservative gewinnen Mandatsmehrheit trotz geringerer Anzahl von Stimmen. Vergleichbar mit George W. Bush und Donald Trump, die mit einer Mehrheit der Wahlmännerstimmen ins Amt berufen wurden, obwohl sie weniger Stimmen erhielten als Al Gore und Hillary Clinton.

Die Besonderheiten des Mehrheitswahlrechts werden immer erst dann akzeptiert, wenn der progressive Kandidat davon profitiert.

Im Moment kann Trudeau eine Minderheitsregierung bilden, was in Kanada keine Ausnahmesituation darstellt. Im 338 Sitze zählenden Parlament liegt die Richtzahl für eine absolute Mehrheit bei 170 Mandaten. Da Trudeau 29 Sitze verloren hat, während die Konservativen 23 gewannen, muss dieser auf die Unterstützung anderer Parteien zurückgreifen. Der Bloc Quebecois beispielsweise errang mit 7,7 Prozent 32 Mandate. Die linken New Democrats 24 Mandate mit 16 Prozent. Ein typisches Phänomen des Mehrheitswahlrechts. Für Trudeau ein Vorteil.

Paradoxerweise profitierte Trudeau von den Skandalen, die seinen Wahlkampf kennzeichneten. Vorwürfe der Korruption prallten ab. Die Fotos einer lange zurück liegenden Karnevalsfeier wurden ausgerechnet von den Rechten ausgeschlachtet, anstatt das Thema den Linksaußen zu überlassen. Beim Klimaschutz hat es Trudeau nicht gewagt, den Lebensnerv der kanadischen Industrie anzutasten. Fossile Rohstoffgewinnung sowie Pipelineprojekte wurden nicht abgestellt.

Möglicherweise hätte es geholfen, wenn ein kernigerer, hemdsärmeligerer Gegenkandidat Trudeau mit seinen Widersprüchen sowie Scheinheiligkeiten konfrontiert hätte.

Aber so bleibt der Anti-Trump der progressiven Regenbogenpresse erhalten.

[Autor: G.B. Bild: www.wikipedia.org/GoToVan from Vancouver, Canada Lizenz: CC BY 2.0]

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