{"id":16317,"date":"2023-03-26T19:25:32","date_gmt":"2023-03-26T17:25:32","guid":{"rendered":"http:\/\/zurzeit.at\/?p=16317"},"modified":"2023-03-26T19:25:32","modified_gmt":"2023-03-26T17:25:32","slug":"es-geht-nur-vordergruendig-um-die-rettung-des-planeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zurzeit.at\/index.php\/es-geht-nur-vordergruendig-um-die-rettung-des-planeten\/","title":{"rendered":"&#8222;Es geht nur vordergr\u00fcndig um die Rettung des Planeten&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Bilder: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fridays_for_Future#\/media\/Datei:20190125_Fridays_for_Future_Berlin_(46821457332).jpg\">Wikipedia\/<span class=\"mw-mmv-source-author\"><span class=\"mw-mmv-author\">FridaysForFuture Deutschland<\/span><\/span><\/a> Lizenz: <a class=\"mw-mmv-license\" href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CC BY 2.0<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<h1>EU-Abg. Sylvia Limmer (AfD) \u00fcber das geplante Verbot von Verbrennungs\u00admotoren, die Mogelpackung \u201eGreen Deal\u201c und die Wiederkehr des Sozialismus in gr\u00fcnem Gewand.<\/h1>\n<p><em>Derzeit sorgt f\u00fcr gro\u00dfen Gespr\u00e4chsstoff, dass die EU plant, Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor zu verbieten. Was ist davon zu halten?<\/em><br \/>\n<strong>Sylvia Limmer:<\/strong> Das kann ich mit einem einzigen Wort subsumieren: nichts. Dieses Verbot ist f\u00fcr die Wirtschaft sch\u00e4dlich und dieses Verbot ist auf einer pers\u00f6nlichen Ebene auch f\u00fcr die B\u00fcrger sch\u00e4dlich. Selbst das vordergr\u00fcndige Ziel, die CO2-Emissionen zu senken, kann nicht erreicht werden. Schaut man sich die Emissionen des sogenannten emissionsfreien E\u2011Mobils an \u2013 nehmen wir ein kleines Auto, zum Beispiel den Fiat 500e \u2013, dann schlagen diese derzeit mit 89 Gramm CO2 pro Kilometer zu Buche. Wenn Sie einen Mittelklassewagen wie den Opel Zafira e-life fahren, dann sind Sie schon bei 114\u00a0Gramm CO2 pro Kilometer. Die derzeitigen Flottengrenzwerte f\u00fcr Verbrennungsmotoren liegen bei 95 Gramm CO2 pro Kilometer. Wenn man in Deutschland einen Opel Zafira mit Strom betankt, dann hat man jetzt schon mehr CO2-Emissionen als ein Auto mit Verbrennungsmotor im Flottendurchschnitt emittieren darf. 2025 werden die Flottengrenzwerte f\u00fcr Verbrennungsmotoren weiter gesenkt. Dann liegen wir bei 82 Gramm pro Kilometer, und dann wird es l\u00e4cherlich. Nicht einmal mehr ein Fiat Cinquecento E h\u00e4lt die Grenzwerte, die f\u00fcr Verbrennungsmotoren bestehen, ein. Dazu kommen noch Batterien, die implizit mit einer intensiven CO2-Freisetzung verbunden sind. Eine Batterie verbraucht durchschnittlich 40 Tonnen CO2, bevor ein E-Auto \u00fcberhaupt f\u00e4hrt. All das ist nur m\u00f6glich, weil 2019 per Gesetz beschlossen wurde, dass E-Autos emissionsfrei sind.<\/p>\n<div id=\"attachment_16319\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-16319\" class=\"wp-image-16319 size-medium\" src=\"https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20190724_EP-091031A_DBA_079-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20190724_EP-091031A_DBA_079-300x200.jpg 300w, https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20190724_EP-091031A_DBA_079-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20190724_EP-091031A_DBA_079-768x512.jpg 768w, https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20190724_EP-091031A_DBA_079-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20190724_EP-091031A_DBA_079-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20190724_EP-091031A_DBA_079-1170x780.jpg 1170w, https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20190724_EP-091031A_DBA_079-585x390.jpg 585w, https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20190724_EP-091031A_DBA_079-263x175.jpg 263w, https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20190724_EP-091031A_DBA_079-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-16319\" class=\"wp-caption-text\">Sylvia Limmer (AfD) ist Mitglied des Europ\u00e4ischen Parlaments (Bild: Limmer)<\/p><\/div>\n<p><em>Und mit welchen wirtschaftlichen Folgen ist zu rechnen?<\/em><br \/>\n<strong>Limmer:<\/strong> In Deutschland sind vier Prozent der Erwerbst\u00e4tigen direkt oder indirekt in der Automobilbranche besch\u00e4ftigt. Das sind 1,75 Millionen Arbeitspl\u00e4tze, und ein Gro\u00dfteil davon wird wegfallen. BMW orientiert sich in die USA, Mercedes nach Mexiko, und in Tschechien lieb\u00e4ugelt Skoda mit Indonesien. Es ist ganz klar eine riesengro\u00dfe Abwanderung der Automobilbranche aus der EU geplant, weil letztendlich nur der EU-Wirtschaftsraum so irre ist, diese Verbote in Gesetzesform gie\u00dfen zu wollen. Im Rest der Welt verfolgt man diese Politik nicht. In Deutschland wurden die Automobilhersteller mit Steuergeldern subventioniert, um auf E-Autos umzur\u00fcsten. Diese Gelder, beziehungsweise die Gewinne aus dem Verkauf der subventionierten E-Autos wurden verwendet, um sich stattdessen einen Produktionsstandort in Drittstaaten aufzubauen.<br \/>\nF\u00fcr die B\u00fcrger wird es nat\u00fcrlich auch lustig: Man kann sich dann vom Klima-Sozialfonds ein Lastenfahrrad schenken lassen, weil sich am Ende die wenigsten solche Elektro-Autos leisten k\u00f6nnen. Aber es geht nicht nur um die Kostenfrage, sondern auch darum, dass wir den Strom gar nicht zur Verf\u00fcgung haben. F\u00fcr die B\u00fcrger geht es letztendlich darum \u2013 und so steht es auch in den Mitteilungen der EU-Kommission\u00a0\u2013, \u00f6ffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, Carsharing zu betreiben, Fahrrad zu fahren, und in einer Mitteilung steht tats\u00e4chlich, \u201eLaufen ist gesund\u201c. Der B\u00fcrger soll also seiner individuellen Mobilit\u00e4t verlustig gehen.<\/p>\n<blockquote><p>Man kann sich dann vom Klima-Sozial-fonds ein Lastenfahrrad schenken \u00adlassen, weil E-Autos zu teuer sind.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Geht es vielleicht beim \u201eGreen Deal\u201c der EU und bei \u201eFit for 55\u201c nur vordergr\u00fcndig um Klimaschutz und tats\u00e4chlich darum, dass ein bestimmtes wirtschaftliches und\/oder gesellschaftliches Modell durchgesetzt werden soll?<\/em><br \/>\n<strong>Limmer:<\/strong> Der ganze \u201eGreen Deal\u201c ist im Grunde genommen nur eine Mogelpackung. Nat\u00fcrlich geht es vordergr\u00fcndig um die angebliche Rettung des Planeten. Im Prinzip sieht man jetzt schon, was passiert: Es ist ein gigantisches Deindustrialisierungspaket und es geht den Arbeitskr\u00e4ften an den Kragen. Und wenn Sie fragen, ob es um ein anderes Wirtschaftsmodell geht, dann m\u00f6chte ich mit einem deutlichen \u201eJa\u201c antworten. In der Kommission und in den relevanten Texten spricht man ganz klar von einem sogenannten transformativen Wandel unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft.<br \/>\nWeiter steht dort, man wolle \u00fcber die CO2-Bepreisungen die B\u00fcrger und die Wirtschaft letztendlich steuern, sprich erziehen, damit politische Reformen durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Wenn man das \u00fcbersetzt, dann ist CO2 das angstbesetzte Vehikel f\u00fcr politische Reformen.<\/p>\n<p><em>Also das Ganze erinnert mich schon sehr stark an den Kommunismus.<\/em><br \/>\n<strong>Limmer:<\/strong> Ich w\u00fcrde es nicht so hart Kommunismus nennen, aber es hat auf jeden Fall etwas mit dem Sozialismus zu tun. Da gibt es auch ganz klare Parallelen bzw. es ist alles da: so erschien 2018 von Uwe Schneidewind das Buch mit dem Titel \u201eDie gro\u00dfe Transformation. Eine Einf\u00fchrung in die Kunst des gesellschaftlichen Wandels.\u201c Was dieses Buch so interessant macht, ist, dass Herr Schneidewind sehr lange Zeit im \u201eWissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung \u2013 Globale Umweltver\u00e4nderungen\u201c (WBGU) sa\u00df. Das sind Leute, die seit Jahrzehnten die deutsche Bundesregierung beraten und seit Jahren die gro\u00dfe Transformation im Blick haben. Es soll alles neu gedacht werden: Wie wir Wirtschaft und Landwirtschaft betreiben, wie wir wohnen \u2013 ich denke nur an die Geb\u00e4udeeffizienzrichtlinie \u2013 wie wir essen und uns fortbewegen. Das findet seinen Niederschlag auch in Mitteilungen der EU-Kommission.<br \/>\nIm erw\u00e4hnten Buch hei\u00dft es, nat\u00fcrlich spielten aktuelle Wirtschaftssysteme eine wichtige Rolle, und zwar ganz im Sinne von Karl Polanyi. Polanyi war ein gro\u00dfer Kritiker der freien Marktwirtschaft und hat einem Sozialismus das Wort geredet, und auch er hat \u2013 1944 \u2013 ein Buch mit dem Titel \u201eDie Gro\u00dfe Transformation\u201c ver\u00f6ffentlicht. Darin hei\u00dft es, freie M\u00e4rkte seien die Ursachen aller Krisen. Der Ausweg aus dieser Erkenntnis best\u00fcnde nun eben in einem neuen Sozialismus. Da bestehen ganz klare Verbindungen, und das wird, sofern man es sehen m\u00f6chte, auch nur wenig verschl\u00fcsselt kommuniziert.<\/p>\n<p><em>Sehen Sie hier Verbindungen zum \u201eGreat Reset\u201c des Weltwirtschaftsforums?<\/em><br \/>\n<strong>Limmer:<\/strong> Ich muss gestehen, ich habe mich damit wenig besch\u00e4ftigt, weil es im Grunde genommen egal ist, wo der Sozialismus herkommt. Ob Sie jetzt \u00fcber den \u201eWissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung \u2013 Globale Umweltver\u00e4nderungen\u201c gehen, ob Sie \u00fcber Polanyi gehen, oder ob Sie \u00fcber WEF-Gr\u00fcnder Klaus Schwab gehen: Ich lehne jede Form von Sozialismus, der bisher immer die einfachen B\u00fcrger entmachtet und enteignet hat, kategorisch ab. Im Grunde genommen sind es zwei Dinge, die in jeder Krise f\u00fcr gewisse Leute von Vorteil sind \u2013 ob es nun selbst ernannte, selbst ausgerufene und selbst verursachte Krisen oder tats\u00e4chlich echte Krisen sind. Zum einen f\u00fchren sie zu einem Erstarken des Staates. Jede Krise spielt daher in der EU, in Br\u00fcssel, jenen Leuten in die H\u00e4nde, die von einer \u201edeeper, ever closer union\u201c, also von einem Br\u00fcsseler Zentralstaat, sprechen. Unabh\u00e4ngig, wie hoch oder wie niedrig die Kompetenz in der EU ist, \u00fcberhaupt irgendwelche Krisen zu l\u00f6sen, spielt man dort jetzt den starken Mann und errichtet Quasi-Staatsstrukturen. Das ist das eine. Und das andere ist eben jene angesprochene Ver\u00e4nderung unserer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Struktur. Beides bedingt einander.<\/p>\n<blockquote><p>Es ist v\u00f6llig abwegig, wenn man glaubt, dass das Klima nur \u00fcber ein einziges Molek\u00fcl reguliert wird.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Und daf\u00fcr wird es auch eine Reihe von brauchen. Kann man es so formulieren, dass uns eine klimafreundliche Regulierungswut der EU bevorsteht?<\/em><br \/>\n<strong>Limmer:<\/strong> Die Regulierungswut steht uns nicht bevor, sondern die haben wir schon seit langem. In gro\u00dfem Ausma\u00df werden derzeit Verordnungen erlassen. Man kommt mit dem Lesen kaum hinterher. Was von den Medien und von den W\u00e4hlern wenig beachtet wird: EU-Verordnungen sind, wenn sie in Kraft treten, unter Umgehung demokratisch gew\u00e4hlter nationaler Parlamente sofort wirksam. In Br\u00fcssel erl\u00e4sst eine nicht gew\u00e4hlte EU-Kommission diese Verordnungen, und ein Parlament ohne Legislativkraft st\u00fcmpert daran herum.<br \/>\nUnd was ist \u201eklimafreundlich\u201c? F\u00fcr mich gibt es diesen Klimaschutz, der uns per Gesetz angetragen wird, nicht. Weil er auf dem wissenschaftlich nicht verifizierbaren Konstrukt beruht, dass CO2 der alleinige b\u00f6se \u00dcbelt\u00e4ter f\u00fcrs Klima sein soll. Es ist v\u00f6llig abwegig, wenn man glaubt, dass das Klima nur \u00fcber ein einziges Molek\u00fcl reguliert wird. Die Klima-Botschaft lautet, wenn wir CO2 begrenzen, laut Klimagesetz bis 2050 bis auf null, dann haben wir das Klima gerettet. Das ist v\u00f6llig schwachsinnig. Es gibt f\u00fcr mich aber einen wichtigen Umweltschutz. Und der Klimaschutz ist dazu sogar kontr\u00e4r. Erst dann, wenn man das Dogma vom CO2 als dem einzigen klimarelevanten Molek\u00fcl aufgibt, ist eine R\u00fcckkehr zu einer sachlichen Politik f\u00fcr die Wirtschaft, f\u00fcr die B\u00fcrger und letztendlich auch f\u00fcr die Umwelt m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte <strong>Bernhard Tomaschitz<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bilder: Wikipedia\/FridaysForFuture Deutschland Lizenz: CC BY 2.0 EU-Abg. 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