{"id":23279,"date":"2026-10-01T15:06:10","date_gmt":"2026-10-01T13:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/zurzeit.at\/?p=23279"},"modified":"2026-10-01T15:06:10","modified_gmt":"2026-10-01T13:06:10","slug":"souveraen-ist-nur-wer-eine-wahl-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zurzeit.at\/index.php\/souveraen-ist-nur-wer-eine-wahl-hat\/","title":{"rendered":"Souver\u00e4n ist nur, wer eine Wahl hat"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"licensetpl_attr\"><span class=\"plainlinks noprint\">Bild: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:11th_MEU_Marines,_Sailors_Conduct_Maritime_Interception_Operation_(9840397).jpg\">Wikipedia<\/a>\/Sgt. <a class=\"external text\" href=\"https:\/\/www.dvidshub.net\/portfolio\/1747561\" rel=\"nofollow\">Trent A. Henry<\/a> <\/span><\/span><span class=\"licensetpl_attr\"><span class=\"plainlinks noprint\">Lizenz: <a class=\"extiw\" title=\"w:public domain\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/public_domain\">public<\/a><a class=\"extiw\" title=\"w:public domain\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/public_domain\"> do<\/a><a class=\"extiw\" title=\"w:public domain\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/public_domain\">main<\/a><\/span><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>Die Welt erinnert sich wieder an etwas, das sie im Rausch der Globalisierung zu vergessen versucht hat: Die Geografie ist nicht verschwunden. Weder das Internet noch die Finanzm\u00e4rkte, globale Lieferketten oder politische Erkl\u00e4rungen \u00fcber eine \u201eWelt ohne Grenzen\u201c konnten sie abschaffen.<\/p>\n<div id=\"attachment_23097\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-23097\" class=\"wp-image-23097 size-medium\" src=\"https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/18-19-Dusan-Berak-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/18-19-Dusan-Berak-300x300.jpg 300w, https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/18-19-Dusan-Berak-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/18-19-Dusan-Berak-150x150.jpg 150w, https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/18-19-Dusan-Berak-768x768.jpg 768w, https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/18-19-Dusan-Berak-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/18-19-Dusan-Berak-1170x1170.jpg 1170w, https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/18-19-Dusan-Berak-585x585.jpg 585w, https:\/\/zurzeit.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/18-19-Dusan-Berak.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-23097\" class=\"wp-caption-text\">Du\u0161an Berak ist geopolitischer Analyst und Publizist (ZZ\/Archiv)<\/p><\/div>\n<p>Es gen\u00fcgt, dass zwei schmale Seewege unsicher werden \u2013 die Stra\u00dfe von Hormus und Bab al-Mandab \u2013, und pl\u00f6tzlich zeigt sich, wie abh\u00e4ngig die vermeintlich globalisierte Welt von wenigen Kilometern Meer ist. Hormus und Bab al-Mandab sind keine blo\u00dfen Punkte auf der Landkarte, sondern Ventile der Weltwirtschaft. Durch sie fahren nicht nur Tanker, sondern durch sie bewegen sich Energiepreise, Inflation, industrielle Wettbewerbsf\u00e4higkeit, Staatshaushalte, politische Stabilit\u00e4t und letztlich auch der tats\u00e4chliche Handlungsspielraum souver\u00e4ner Staaten.<\/p>\n<p>Deshalb ist die gegenw\u00e4rtige Krise nicht nur eine Geschichte \u00fcber den Iran, Saudi-Arabien, die Vereinigten Staaten, die Huthi oder Israel. Sie stellt eine wesentlich unangenehmere Frage: Wie souver\u00e4n sind Staaten tats\u00e4chlich, wenn ihre Wirtschaft von Energie abh\u00e4ngt, die durch eine Meerenge transportiert werden muss, \u00fcber die sie selbst keinerlei Kontrolle besitzen?<\/p>\n<p>Nach Angaben der US Energy Information Administration passierten die Stra\u00dfe von Hormus in der ersten H\u00e4lfte des Jahres 2025 t\u00e4glich rund 20,9 Millionen Barrel Erd\u00f6l und Erd\u00f6lprodukte \u2013 eine Gr\u00f6\u00dfenordnung, die ungef\u00e4hr einem F\u00fcnftel des weltweiten Verbrauchs fl\u00fcssiger Erd\u00f6lprodukte entsprach.<\/p>\n<p>Das verdeutlicht die Dimension. Wenn Hormus gest\u00f6rt wird, m\u00fcssen nicht zwanzig Millionen Barrel physisch vom Markt verschwinden, damit die Weltwirtschaft reagiert. Es gen\u00fcgt, dass die M\u00e4rkte glauben, sie k\u00f6nnten verschwinden. Denn \u00d6l bezahlt heute nicht nur den Preis des Barrels, sondern auch den Preis der Angst.<\/p>\n<p>Ein Tanker braucht Tage oder Wochen, um seine Route zu ver\u00e4ndern, aber den Finanzm\u00e4rkten gen\u00fcgen Sekunden. Eine Rakete, ein Angriff auf ein Schiff, eine milit\u00e4rische Drohung oder eine neue Risikobewertung der Versicherer \u2013 und die geopolitische Unsicherheit hat bereits einen Preis. Damit beginnt jener Teil der Geopolitik, der auf Fernsehbildern mit Flugzeugtr\u00e4gern, Raketen und milit\u00e4rischen Karten wesentlich seltener sichtbar wird.<\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcber die Kontrolle globaler Seewege sprechen, schauen wir gew\u00f6hnlich darauf, wer \u00fcber Kriegsschiffe verf\u00fcgt. Das reicht l\u00e4ngst nicht mehr, vielmehr m\u00fcssen wir auch fragen: Wer versichert die Schiffe? Wer r\u00fcckversichert das Risiko? Wer finanziert die Ladung? Wer bewertet das Kriegsrisiko? Wer wickelt die Zahlungen ab? Wer pr\u00fcft die Sanktionen? Und unter welchen Bedingungen ist Kapital \u00fcberhaupt noch bereit, ein Schiff in eine gef\u00e4hrliche Region zu schicken?<\/p>\n<p>Deshalb bleibt London von enormer Bedeutung. Nicht weil irgendeine mystische britische Hand allein die Welt steuert. Seri\u00f6se Geopolitik braucht keine Verschw\u00f6rungstheorien. Was sie braucht, ist das Verst\u00e4ndnis der Infrastruktur der Macht.<\/p>\n<p>London geh\u00f6rt weiterhin zu den bedeutendsten Zentren der weltweiten Schiffsversicherung und R\u00fcckversicherung. Lloyd\u2019s und das breitere Londoner Versicherungs\u00f6kosystem sind Teil einer Infrastruktur, ohne die die internationale Schifffahrt wesentlich komplizierter und teurer w\u00e4re. Unter Bedingungen extremen Kriegsrisikos k\u00f6nnen sich die zus\u00e4tzlichen Kosten einer einzigen Passage durch Hormus auf Millionen oder sogar zweistellige Millionenbetr\u00e4ge belaufen.<\/p>\n<p>Und hier zeigt sich eine der gro\u00dfen Wahrheiten moderner Geopolitik: Fr\u00fcher kontrollierten Seem\u00e4chte die Meere mit Kanonen. Heute wird ein Teil maritimer Macht auch \u00fcber den Preis des Risikos ausge\u00fcbt. Ein Krieg muss also keinen Tanker versenken, um \u00d6l teurer zu machen, stattdessen gen\u00fcgt es, dass er das Risiko seiner Reise verteuert.<\/p>\n<p>Damit kommen wir zu einem weiteren Irrtum. Oft h\u00f6rt man: Man m\u00fcsse lediglich die freie Schifffahrt garantieren, dann sei das Problem gel\u00f6st. So einfach ist es nicht. Der Tanker muss versichert werden. Die Ladung muss versichert werden. Die Transaktion muss finanziert werden. Eine Bank muss die Zahlung akzeptieren. Sanktionsregime m\u00fcssen das Gesch\u00e4ft zulassen. Ein Hafen muss bereit sein, das Schiff aufzunehmen. Eine Raffinerie muss den Rohstoff erhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In der modernen Welt reicht es deshalb nicht, das Meer zu \u00f6ffnen, vielmehr muss man auch die Versicherung, die Bank und den Zahlungsweg \u00f6ffnen. Hier treffen milit\u00e4rische, energetische und finanzielle Geopolitik aufeinander und hier wird deutlich, warum niemand das gesamte Schachbrett kontrolliert.<\/p>\n<p>Der Iran besitzt die Geografie. Saudi-Arabien besitzt gewaltige Energieressourcen und alternative Infrastruktur. Katar besitzt Fl\u00fcssigerdgas. Die Vereinigten Staaten verf\u00fcgen \u00fcber enorme milit\u00e4rische, finanzielle und sanktionspolitische Macht. China verf\u00fcgt \u00fcber gewaltige Nachfrage, Handelsmacht und wachsenden diplomatischen Einfluss. Russland besitzt Energieressourcen und das geopolitische Gewicht eines gro\u00dfen Produzenten. London beherbergt einen wichtigen Teil der globalen Infrastruktur f\u00fcr Schiffsversicherung und R\u00fcckversicherung. Niemand besitzt also alles, weshalb es kein Gleichgewicht vollst\u00e4ndiger Macht ist, sondern ein Gleichgewicht gegenseitiger Verwundbarkeit.<\/p>\n<p>Damit kommen wir zu Bab al-Mandab. Wenn Hormus unsicher wird, besitzt Saudi-Arabien mit seiner East-West-Pipeline die M\u00f6glichkeit, einen Teil seines Erd\u00f6ls in Richtung Rotes Meer umzuleiten. Genau das tun strategisch denkende Staaten, indem sie Alternativen schaffen. Aber was geschieht, wenn gleichzeitig auch der s\u00fcdliche Zugang zum Roten Meer unsicher wird?<\/p>\n<p>Dann beginnt die Alternative selbst, ihren strategischen Wert zu verlieren. Eine Alternative h\u00f6rt auf, eine Alternative zu sein, sobald auch sie zur Front wird. M\u00fcssen Schiffe Afrika umfahren, besteht das Problem nicht nur im zus\u00e4tzlichen Treibstoffverbrauch. Die Reise dauert l\u00e4nger. Dasselbe Schiff kann innerhalb eines bestimmten Zeitraums weniger Fahrten absolvieren. F\u00fcr dieselbe Warenmenge werden mehr Tanker ben\u00f6tigt. Versicherungskosten steigen, Lieferketten verlangsamen sich usw.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich erkennen wir, dass in einer Energiekrise nicht nur entscheidend ist, wie viel \u00d6l die Welt besitzt. Entscheidend ist auch, wie schnell und zu welchen Kosten sie dieses \u00d6l transportieren kann.<\/p>\n<p>Ein weiterer Fehler w\u00e4re, Hormus ausschlie\u00dflich als \u00d6lproblem zu betrachten. Denn es geht ebenso um Fl\u00fcssigerdgas (LNG). Katar geh\u00f6rt zu den bedeutendsten LNG-Exporteuren der Welt. Seine geografische Lage macht die Sicherheit der Stra\u00dfe von Hormus daher auch f\u00fcr den internationalen Gasmarkt relevant. Gas bedeutet aber nicht nur Heizung, sondern auch Stromerzeugung, chemische Industrie, D\u00fcngemittel, industrielle Produktion, Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Wenn wir also nur \u00fcber \u00d6l sprechen, sehen wir lediglich die H\u00e4lfte des Problems.<\/p>\n<p>\u00d6sterreich ist vielleicht eines der besten europ\u00e4ischen Beispiele f\u00fcr diese neue Realit\u00e4t. \u00d6sterreich hat keinen Zugang zum Meer, besitzt keine eigene Tankerflotte, die Hormus passieren muss und ist nicht unmittelbar von iranischem Erd\u00f6l abh\u00e4ngig. Und trotzdem erreicht die Rechnung Wien, wenn Hormus teurer wird. Sie erreicht die Tankstelle, das Transportunternehmen, die Fabrik, die Fluggesellschaft, die privaten Haushalte und die Volkswirtschaft \u00fcber die Inflation.<\/p>\n<p>Damit \u00f6ffnet sich eine interessante Frage zur \u00f6sterreichischen Neutralit\u00e4t. Neutralit\u00e4t kann eine au\u00dfenpolitische Doktrin sein, sie kann einem Staat diplomatischen Handlungsspielraum verschaffen und sie kann die Grundlage f\u00fcr Vermittlung bilden.<\/p>\n<p>Aber es gibt etwas, das sich Weltenergiemarkt nennt \u2013 und dieser kennt keine politische Neutralit\u00e4t des K\u00e4ufers. Energetische Neutralit\u00e4t existiert nicht. Wird Hormus teurer, erreicht die Rechnung auch das neutrale \u00d6sterreich.<\/p>\n<p>Gerade hier zeigen sich unterschiedliche politische Akzente innerhalb \u00d6sterreichs. Die Bundesregierung betont Diversifizierung, strategische Reserven, europ\u00e4ische Koordination, Versorgungssicherheit und politischen Druck auf Iran bei gleichzeitiger diplomatischer Deeskalation.<\/p>\n<p>Die FP\u00d6 legt einen st\u00e4rkeren Schwerpunkt auf die traditionelle \u00f6sterreichische Neutralit\u00e4t, eine m\u00f6gliche Vermittlerrolle Wiens, strategische Energiereserven und einen gr\u00f6\u00dferen nationalen Handlungsspielraum in Fragen der Energieversorgung. Das ist eine legitime politische Auseinandersetzung. Unterhalb dieser Debatte bleibt jedoch eine unerbittliche materielle Tatsache bestehen: Neutralit\u00e4t allein f\u00fcllt keine Gasspeicher.<\/p>\n<p>Genau hier liegt die eigentliche Lehre dieser Krise. Souver\u00e4nismus bedeutet nicht, m\u00f6glichst laut gegen Gro\u00dfm\u00e4chte aufzutreten. Er bedeutet nicht, einen dominierenden Partner gegen einen anderen auszutauschen. Und er bedeutet auch nicht, zu glauben, ein mittelgro\u00dfer oder kleiner Staat k\u00f6nne sich von allen internationalen Abh\u00e4ngigkeiten l\u00f6sen. Das w\u00e4re keine Strategie, sondern politische Romantik.<\/p>\n<p>Ernst verstandene staatliche Souver\u00e4nit\u00e4t bedeutet etwas anderes: Mehrere Lieferanten, mehrere Versorgungswege, ausreichende strategische Reserven, belastbare Infrastruktur, eigene Produktion dort, wo sie wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist, und au\u00dfenpolitische Beziehungen, die dem Staat einen m\u00f6glichst gro\u00dfen Handlungsspielraum erhalten.<\/p>\n<p>Denn die entscheidende Frage lautet nicht, ob ein Staat vollkommen unabh\u00e4ngig sein kann. Das kann in einer hochgradig vernetzten Welt kaum jemand. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Wie viele Alternativen besitzt ein Staat, wenn seine bevorzugte Option pl\u00f6tzlich ausf\u00e4llt?<\/p>\n<p>Jahrzehntelang wurde uns erkl\u00e4rt, wirtschaftliche Interdependenz werde die Geopolitik zunehmend bedeutungslos machen. Geschehen ist beinahe das Gegenteil. Je st\u00e4rker Volkswirtschaften miteinander verbunden sind, desto wichtiger wird die Frage, wer die Knotenpunkte dieser Verbindung kontrolliert oder beeinflussen kann. Eine Meerenge, einen Hafen, eine Pipeline, eine Versicherung, eine Bank, ein Zahlungssystem, eine Technologie, strategische Reserven.<\/p>\n<p>Die Souver\u00e4nit\u00e4t des 21. Jahrhunderts bemisst sich deshalb nicht nur an Flagge, Hymne und Sitz in den Vereinten Nationen, sondern auch an der Zahl realer Optionen, \u00fcber die ein Staat in der Krise verf\u00fcgt. Wer nur einen Lieferanten besitzt, macht sich von diesem Lieferanten abh\u00e4ngig. Wer nur einen Transportweg besitzt, macht sich von diesem Transportweg abh\u00e4ngig. Wer nur einen Finanzierungsweg besitzt, macht sich von diesem abh\u00e4ngig. Und wer sich au\u00dfenpolitisch vollst\u00e4ndig an ein einziges Machtzentrum bindet, reduziert seinen eigenen Handlungsspielraum.<\/p>\n<p>Ein Staat gewinnt Freiheit zur\u00fcck, sobald er eine zweite M\u00f6glichkeit schafft. Deshalb sind Hormus und Bab al-Mandab weit mehr als zwei Meerengen, sondern ein Spiegel der Welt, in die wir eingetreten sind. Eine Welt, in der niemand das gesamte Schachbrett kontrolliert, in der aber viele Akteure einzelne Felder blockieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gerade deshalb m\u00fcssen Staaten strategischer denken, ihre Verwundbarkeit reduzieren und ihre F\u00e4higkeit bewahren, mit unterschiedlichen Machtzentren zu sprechen. Denn ein Staat kann Gro\u00dfm\u00e4chten nicht befehlen, ihre Konflikte zu beenden, aber er kann sich aber darauf vorbereiten, ihre Konflikte zu \u00fcberstehen. Das ist der Kern moderner Souver\u00e4nit\u00e4t: nicht die Illusion v\u00f6lliger Unabh\u00e4ngigkeit, sondern die F\u00e4higkeit, auch unter Druck handlungsf\u00e4hig zu bleiben.<\/p>\n<p>Und deshalb ist die letzte Lehre dieser Krise bemerkenswert einfach: Souver\u00e4n ist nicht, wer am lautesten von Unabh\u00e4ngigkeit spricht. Souver\u00e4n ist, wer eine Wahl hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bild: Wikipedia\/Sgt. Trent A. 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