{"id":7174,"date":"2020-10-22T12:08:44","date_gmt":"2020-10-22T10:08:44","guid":{"rendered":"http:\/\/zurzeit.at\/?p=7174"},"modified":"2020-10-22T12:08:44","modified_gmt":"2020-10-22T10:08:44","slug":"rotes-mediensystem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zurzeit.at\/index.php\/rotes-mediensystem\/","title":{"rendered":"Rotes Mediensystem"},"content":{"rendered":"<h1>Wien gibt mehrere Millionen Euro pro Jahr f\u00fcr Werbung in politsch genehmen Medien aus<\/h1>\n<p>SP\u00d6 und Gr\u00fcne haben bei der Wien-Wahl zulegt. Trotz ihrer katastrophalen politischen Bilanz: In den Schulen herrscht Bildungsnotstand, die Gr\u00fcnen qu\u00e4len lustvoll die Autofahrer, die Rathausb\u00fcrokraten die Unternehmer, in Favoriten k\u00e4mpfen T\u00fcrken gegen Kurden, Wien ist ein Magnet f\u00fcr Armutsmigranten aus aller Welt, in der ganzen Stadt breiten sich migrantische Parallelgesellschaften aus.<\/p>\n<p>Das alles scheint die Wiener nicht zu st\u00f6ren. Sie haben der rot\u2013gr\u00fcnen Stadtregierung erneut zu einer satten Mehrheit verholfen. Ein Grund daf\u00fcr sind die Medien. Sie haben wochenlang offen Wahlkampf f\u00fcr SP\u00d6 und Gr\u00fcne betrieben, und alles, was f\u00fcr die beiden Parteien unangenehm war, ausgeblendet, den B\u00fcrgern eine heile Welt vorgespielt.<br \/>\nDas tun sie nicht nur aus politischer \u00dcberzeugung. Die Medien werden f\u00fcr ihre linke Propaganda und Desinformation vom Wiener Rathaus gut bezahlt. Jedes Quartal flie\u00dfen Millionen Euro an Steuergeldern an politisch genehme Medien, die berichten, wie sich das die rot-gr\u00fcne Stadtregierung w\u00fcnscht. Dazu braucht es keine Zurufe, Absprachen oder Interventionen. Es ist ein seit Jahrzehnten eingespieltes System, in dem alle Akteure wissen, was von ihnen erwartete wird. Auf beiden Seiten: Politik und Medien.<\/p>\n<p>Journalist Andreas Unterberger spricht seit Jahren von \u201eBestechungsinseraten aus Steuergeld\u201c. Selbst die EU hat k\u00fcrzlich in ihrem Bericht zur Rechtsstaatlichkeit in der EU die hohen Werbeausgaben der \u00f6ffentlichen Hand kritisiert. Und der Herausgeber des linken \u201eFalters\u201c, Armin Thurnher, schrieb 2012, selbstredend mit Blick auf andere Medien: \u201eInserenten, die viel Geld f\u00fcr Werbung in einem Medium ausgeben, haben naturgem\u00e4\u00df ihm gegen\u00fcber eine starke Position. Medien werden, wenn nicht k\u00e4uflich, so doch r\u00fccksichtsvoller.\u201c<\/p>\n<p>Man kann es r\u00fccksichtsvoll nennen, wenn das selbsternannte Aufdeckerblatt \u201eFalter\u201c \u00fcber Skandale aus dem roten und gr\u00fcnen Umfeld \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 nur schaumgebremst berichtet oder gar ausr\u00fcckt, um den ehemaligen gr\u00fcnen Stadtrat Christoph Chorherr gegen Korruptionsvorw\u00fcrfe zu verteidigen.<\/p>\n<p>Die Stadt Wien, ihre Firmen und Vereine werben gerne und oft im \u201eFalter\u201c. Laut Transparenzdatenbank der Medienbeh\u00f6rde KommAustria haben staatliche und staatsnahe Stellen 2019 um mehr als eine Million Euro in der linken Wochenzeitung geworben. Wer die Zeitung durchbl\u00e4ttert, wird nur sehr wenige Inserate von privaten Unternehmen finden. Die Stadt und staatsnahe Stellen sind f\u00fcr das Blatt eine \u00fcberlebenswichtige Einnahmequelle. Der Falter ist aber nur eines von vielen Medien, das von der ausgabenfreudigen rot\u2013gr\u00fcne Regierung profitiert.<\/p>\n<p>Allein die Stadt Wien \u2013 ohne ihre Firmen und Vereine \u2013 hat im zweiten Quartal 2020 um rund sechs Million Euro in 134 Medien geworben. Ausgaben von unter 5.000 Euro nicht mitgerechnet. Mehr als alle anderen Bundesl\u00e4nder zusammen. Zum Vergleich: Das Land Steiermark hat im selben Zeitraum nicht einmal ein halbe Million Euro f\u00fcr Werbung ausgegeben.<br \/>\nIn Wien ergie\u00dft sich hingegen Monat f\u00fcr Monat ein warmer Steuergeldregen auf alle Medien, die f\u00fcr die Stadt einen Nutzen haben. Ein gro\u00dfer Teil geht an die reichweitenstarken Boulevardmedien: Im 2. Quartal eine Million Euro an \u201eHeute\u201c, rund 750.000 an die \u201eKronen Zeitung\u201c und knapp 500.000 an das \u201e\u00d6sterreich\/OE24\u201c.<\/p>\n<p>Auch Medien, die der normalsterbliche Wiener nicht kennt, profitieren von der Werbewut des rotgr\u00fcnen Rathauses. Von April bis Juni dieses Jahres warb die Stadt etwa in den t\u00fcrkischsprachigen Medien \u201eAvusturya G\u00fcnl\u00fcgu\u201c, \u201eGazete Bum\u201c, \u201eHaberjournal\u201c und \u201eYeni Vatan Gazetesi\u201c. Die t\u00fcrkische Community ist f\u00fcr die SP\u00d6 enorm wichtig, sie z\u00e4hlt mittlerweile zu ihrer Kernw\u00e4hlerschicht. Neben dem Rathaus werben auch die zahlreichen Firmen und Vereine der Stadt flei\u00dfig. Allein dieWien Energie hat 2019 rund drei Million Euro f\u00fcr Werbung in diversen Medien ausgegeben.<\/p>\n<p>Die Stadt hat mit ihren gr0\u00dfz\u00fcgigen Werbeausgaben ein System der Abh\u00e4ngigkeit geschaffen und viele dieser Magazine, Zeitungen, Gratisbl\u00e4tter und Onlinemedien k\u00f6nnten ohne diese gro\u00dfz\u00fcgigen Inserate um das Geld der Steuerzahler nicht existieren. Das verpflichtet. Eine Hand w\u00e4scht die andere.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Werbeausgaben gibt es keine gesetzlichen Beschr\u00e4nkungen oder Obergrenzen. Hier kann die Politik ohne Risiko beliebig hohe Summen in die richtigen Kan\u00e4le leiten. Offiziell, um die Bev\u00f6lkerung zu informieren. Doch das ist bestenfalls ein Neben\u00adeffekt. Das beweisen die anderen Bundesl\u00e4nder. Sie kommen auch ohne eine Flut an teuren Inseraten und Werbespots aus. Die Steirer, Nieder\u00f6sterreicher oder Salzburger sind deshalb nicht schlechter \u00fcber die Arbeit, Angebote und Leistungen ihrer Landesregierungen informiert.<\/p>\n<p>Aber nicht alle Medien profitieren vom rot\u2013gr\u00fcnen Geldverteilungssystem. Wer den politisch korrekten Meinungskorridor verl\u00e4sst, linke Dogmen hinterfragt, kritisch \u00fcber SP\u00d6 und Gr\u00fcne berichtet, geht leer aus. Zuckerbrot und Peitsche.<br \/>\nIn konservativen, rechten oder patriotischen Medien werben staatliche und staatsnahe Stellen selten bis nie. Wenn ausnahmsweise in solchen Medien geschaltet wird, wie zur Zeit der t\u00fcrkisblauen Regierung, schreien die linken \u201eStaatsmedien\u201c laut auf. So titelte der \u201eStandard 2019: \u201eBlaue Minister verteilten 104.000 Euro Steuergeld an rechte Medien\u201c<\/p>\n<p>Die sich dar\u00fcber emp\u00f6rende rosa Tageszeitung hat im selben Jahr von staatlichen und staatsnahen Stellen rund 4,6 Millionen Euro an Werbegeldern kassiert. Man l\u00e4sst sich seinen systemkonformen Haltungsjournalismus teuer bezahlen.<br \/>\nWer eine andere politische Richtung oder eine kritische Meinung vertritt, bekommt hingegen keine Cent. So funktioniert das rote Mediensystem in Wien.<\/p>\n<p>[Autor: <a href=\"https:\/\/zurzeit.at\/index.php\/autoren\/\">W.R.<\/a> Bild: Screenshot <a href=\"https:\/\/www.yenivatan.at\/\">\u201cYeni Vatan Gazetesi\u201d <\/a>L<span class=\"licensetpl_attr\">izenz: <\/span>-]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wien gibt mehrere Millionen Euro pro Jahr f\u00fcr Werbung in politsch genehmen Medien aus SP\u00d6&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":7175,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[46],"tags":[142,1189,397,640,4538,97,118,105,4537],"class_list":["post-7174","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-oesterreich","tag-gruene","tag-inserate","tag-kurz","tag-ludwig","tag-medienfoerderung","tag-oevp","tag-regierung","tag-spoe","tag-yeni-vatan-gazetesi"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - 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