Ukraine-Krise: Der Starlink-Stecker gezogen

Trumps Abrechnung mit dem Kiewer Regime: Das Weiße Haus drosselt Starshield für ukrainische Militäroperationen. Warum der offene Konflikt zwischen Trump und Selenskyj den Druck auf Brüssel massiv erhöht.

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Autor: R.T. Bild: ZZ/KI Lizenz: –


Die Hiobsbotschaften für Wolodymyr Selenskyj reißen nicht ab, und die Einschläge kommen nun direkt aus Washington. Wie Insiderberichte offenlegen, kam die Anweisung zur Drosselung des militärischen Satellitensystems Starshield – einer operativen Lebensader der ukrainischen Drohnen- und Gefechtsführung – nicht aus einer technischen Laune von Elon Musk, sondern aus dem Weißen Haus. Wer dort persönlich den Befehl gab, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Politisch fügt sich der Vorgang jedoch nahtlos in den immer härteren Kurs Donald Trumps gegenüber Kiew ein.

Washington zieht die Zügel an und demonstriert der Welt unmissverständlich, wer am längeren Hebel sitzt. Während Selenskyj in Brüssel bei den europäischen Verbündeten um weitere Milliarden, Luftabwehr und Waffen wirbt, zeigt die amerikanische Regierung, wie schnell sich die militärischen Möglichkeiten der Ukraine verändern können, wenn die technische Unterstützung aus den USA eingeschränkt wird. Die Ära des vermeintlich bedingungslosen Blankoschecks scheint vorbei.

Der ferngesteuerte Krieger am Scheideweg

Die Drosselung der Satellitenverbindung auf dem Schlachtfeld ist weit mehr als ein technisches Ärgernis für Kiews Drohnenpiloten. Ukrainische Stellen berichten, dass die Einschränkungen sowohl Angriffsmissionen als auch die Drohnenabwehr beeinträchtigten. Starshield-Terminals auf schnell bewegten Plattformen funktionierten zeitweise nicht mehr; später wurde der Einsatz wieder teilweise ermöglicht.

Damit wird eine fundamentale Schwäche der ukrainischen Kriegsführung offengelegt: Ohne westliche Satellitenkommunikation, amerikanische Aufklärung und westliche Waffensysteme ist Kiews militärischer Handlungsspielraum erheblich eingeschränkt. Ein Knopfdruck in Washington kann den Krieg nicht beenden – aber sehr wohl beeinflussen, welche Operationen die Ukraine durchführen kann.

Besonders explosiv ist der Streit um die Angriffe auf russische Raffinerien. Trump drängte Kiew dazu, diese einzustellen, weil Washington die ohnehin angespannte Lage auf den internationalen Energiemärkten nicht weiter verschärfen will. Selenskyj zeigte sich zunächst grundsätzlich bereit, Angriffe auf russische Energieanlagen auszusetzen, sofern Moskau seinerseits ukrainische Energieinfrastruktur verschont.

Doch die Waffenruhe hielt nicht. Russland setzte seine Angriffe auf ukrainische Energieanlagen fort, worauf Kiew die Attacken auf russische Raffinerien wieder aufnahm. Trump bezeichnete diesen Schritt inzwischen öffentlich als „disgrace“ und machte deutlich, dass der Konflikt zwischen Washington und Kiew längst nicht mehr hinter diplomatischen Kulissen ausgetragen wird.

Noch deutlicher wurde der US-Präsident bei der politischen Zukunft Selenskyjs. Trump stellte öffentlich infrage, ob der ukrainische Präsident weiterhin der richtige Mann für eine Friedenslösung sei, und forderte einen politischen Führungswechsel. Selenskyj reagierte darauf mit dem Angebot, innerhalb von 60 Tagen Wahlen abzuhalten, falls Russland einer vollständigen Waffenruhe für diesen Zeitraum zustimme.

Der Konflikt ist damit offen.

Kriegsverlängerung als Lebensversicherung der Kiewer Nomenklatur

Was Kritiker des bisherigen Kriegskurses seit langem behaupten, wird mittlerweile selbst aus dem früheren Umfeld Selenskyjs ausgesprochen. Seine ehemalige Pressesprecherin Julija Mendel veröffentlichte im September einen Artikel mit dem unmissverständlichen Titel „Zelensky’s strategy is national suicide“.

Mendel zeichnet darin das Bild eines Landes, das einen langfristigen Abnutzungskrieg demografisch, wirtschaftlich und militärisch kaum gewinnen könne. Sie kritisiert die Diskrepanz zwischen der öffentlichen Siegesrhetorik und der tatsächlichen Abhängigkeit von westlicher Unterstützung und warnt davor, dass die Ukraine irgendwann zwar weiterkämpfen könne, aber kaum noch etwas übrig bleibe, das gerettet werden könne.

Das ist Mendels politische Bewertung und kein Beweis dafür, dass Selenskyj den Krieg ausschließlich aus persönlichem Machterhalt verlängert. Doch dass eine frühere enge Mitarbeiterin des Präsidenten dessen Strategie mittlerweile als „national suicide“ bezeichnet, zeigt, wie tief die Zweifel selbst im ehemaligen Machtumfeld geworden sind.

Auch in der ukrainischen Bevölkerung wächst der Wunsch nach einem diplomatischen Ausweg. Aktuelle Umfragen zeigen, dass rund drei Viertel der Ukrainer inzwischen grundsätzlich offen für Verhandlungen mit Russland sind. Das bedeutet nicht, dass dieselbe Mehrheit Gebietsverluste, eine Schwächung der Streitkräfte oder sämtliche russischen Forderungen akzeptieren würde. Gerade bei konkreten Zugeständnissen bleiben große Teile der Bevölkerung ablehnend.

Aber die Richtung ist eindeutig: Nach Jahren des Krieges, hunderttausenden Toten und Verwundeten, Millionen Geflüchteten und einer schwer angeschlagenen Wirtschaft wächst der Druck, einen Weg aus dem Abnutzungskrieg zu finden.

Für Selenskyj wird damit auch die innenpolitische Lage schwieriger. Eine Mehrheit der Befragten spricht sich inzwischen dagegen aus, dass er nach dem Krieg noch einmal für das Präsidentenamt kandidiert. Gleichzeitig lehnt eine klare Mehrheit Wahlen mitten im laufenden Krieg weiterhin ab.

Der politische Spielraum Kiews wird also enger – militärisch, finanziell und innenpolitisch.

Brüsseler Geisterfahrer im Realitätsverlust

Besonders bemerkenswert wirkt vor diesem Hintergrund die Haltung Europas. Während Washington seine Unterstützung zunehmend an die eigenen strategischen Interessen koppelt und den Druck auf Selenskyj offen erhöht, versucht die Europäische Union, die entstehenden Lücken mit noch mehr finanzieller und militärischer Unterstützung zu schließen.

Selenskyj wurde in Brüssel weiterhin mit allen protokollarischen Ehren empfangen. Frankreich kündigte zusätzliche militärische Hilfe an, Großbritannien demonstriert demonstrativ Geschlossenheit mit Kiew, und auf EU-Ebene wird über weitere Milliardenhilfen und langfristige Sicherheitsgarantien beraten.

Was als „unbeirrbare Solidarität mit den Menschen in der Ukraine“ verkauft wird, bedeutet in der Praxis zunehmend, dass Europa jene Lasten übernehmen soll, die Washington nicht mehr selbstverständlich tragen will.

Genau darin liegt die Gefahr.

Die europäischen Steuerzahler dürfen nicht automatisch zum Ersatz für jeden amerikanischen Rückzug werden. Wenn die USA ihre technologische, nachrichtendienstliche oder militärische Unterstützung reduzieren, kann die Antwort Europas nicht immer nur aus dem nächsten Milliardenpaket bestehen.

Denn die Abhängigkeit der Ukraine von Washington lässt sich nicht allein mit europäischen Schecks ersetzen. Starshield, amerikanische Aufklärung, Luftverteidigung und strategische Kommunikation sind Fähigkeiten, die Europa kurzfristig nur begrenzt kompensieren kann.

Während Trump seine Interessen brutal offen formuliert, hält Brüssel weiter an der Illusion fest, der bisherige Kurs könne mit genügend Geld unbegrenzt fortgesetzt werden.

Der Starshield-Vorfall zeigt jedoch das Gegenteil: Kiews militärische Schlagkraft hängt noch immer an Systemen, über deren Nutzung letztlich nicht die ukrainische Regierung entscheidet.

Schluss mit dem Brüsseler Geldbeutel-Krieg

Der Starshield-Eklat markiert einen Wendepunkt. Washington hat demonstriert, wie abhängig die ukrainische Kriegsführung weiterhin von amerikanischer Technologie, Aufklärung und politischem Wohlwollen ist. Die Anweisung zur Einschränkung kam aus dem Weißen Haus – und sie traf Kiew genau dort, wo die militärische Abhängigkeit am größten ist.

Ob Trump den technischen Befehl persönlich gab, ist dabei fast zweitrangig. Politisch ist die Botschaft unübersehbar: Der amerikanische Blankoscheck ist vorbei. Trump setzt Selenskyj wegen der Angriffe auf russische Raffinerien massiv unter Druck, stellt dessen politische Zukunft offen infrage und macht deutlich, dass Washington seine Unterstützung stärker an den eigenen Interessen ausrichten wird.

Umso grotesker wirkt das Verhalten Brüssels. Während die USA ihre Strategie neu justieren, diskutiert Europa darüber, noch mehr Geld, Waffen und Garantien bereitzustellen, um jede entstehende Lücke zu schließen. Die europäischen Steuerzahler sollen damit zunehmend jene Lasten übernehmen, von denen sich Washington Stück für Stück freimacht.

Wer Frieden will, darf Verhandlungen nicht länger wie Verrat behandeln. Rund drei Viertel der Ukrainer sind inzwischen grundsätzlich offen für Gespräche mit Russland. Das heißt nicht Kapitulation und auch nicht die bedingungslose Annahme russischer Forderungen. Es bedeutet aber, dass die politische Lösung wieder ernsthaft auf den Tisch gehört.

Es ist höchste Zeit, dass auch Berlin, Wien und die übrigen europäischen Hauptstädte die Notbremse ziehen. Europäische Milliarden dürfen nicht automatisch zum Ersatz für eine amerikanische Unterstützung werden, die Washington selbst zunehmend konditioniert.

Wenn selbst das Weiße Haus den Datenhahn drosselt, kann Europa nicht so tun, als ließe sich dieser Krieg mit immer neuen Schecks endlos fortsetzen.

Wahre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine bedeutet nicht, das Sterben auf unbestimmte Zeit zu finanzieren.

Sie bedeutet, endlich den politischen Druck für Verhandlungen zu erhöhen.

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