Bulgarien führt mit 1. Jänner 2026 den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel ein. Allerdings sehr zum Leidwesen der Bürger, denn laut Umfragen lehnen 50 Prozent der Bulgaren die EU-Einheitswährung ab, während sie 43 Prozent befürworten. Noch größer ist die Ablehnung der Euro-Einführung in Tschechien. Laut einer im Februar veröffentlichten Umfrage lehnen 72 Prozent der Tschechen den Euro ab und nur 23 Prozent befürworten die Aufgabe der Krone.
Damit Tschechien nicht zu einem zweiten Bulgarien wird – in unserem nördlichen Nachbarland spricht sich insbesondere die Wirtschaft für die Euro-Einführung aus – kündigte Oppositionsführer Andrej Babis nun an, den Euro zum Wahlkampfthema in Bezug auf die Parlamentswahl im Herbst zu machen. „Ich unterstütze ihn nicht“, sagte der Chef der Partei ANO, die in Meinungsumfragen mit 32 bis 33 Prozent klar an erster Stelle liegt. Außerdem warnte der frühere Ministerpräsident davor, dass die amtierende Regierung, sollte sie nach der Parlamentswahl im Amt bleiben, „den Euro einführen will“.
Babis argumentiert, dass die Einführung des Euro zu höheren Preisen führen und die Tschechische Republik zwingen würde, die finanziellen Verbindlichkeiten der hoch verschuldeten Mitglieder der Eurozone zu übernehmen. Ebenfalls abgelehnt wird der Euro von der Linksaußenpartei STAČILO! und den rechten Sozialdemokraten. Deren Chef Tomio Okamura betont, dass „die Tschechische Krone auch ein nationales Symbol ist“.
Mit einer Staatsverschuldung in Höhe von 43,6 Prozent des BIP steht Tschechien im EU-weiten Vergleich sehr gut da. Nicht zuletzt deshalb plädiert Babis für die Beibehaltung der Tschechischen Krone und dass sein Land dem Beispiel der wohlhabenden EU-Mitglieder Dänemark und Schweden, die beide nicht den Euro eingeführt haben, folgen soll. Eigentlich verpflichtete sich Tschechien 2004 bei seinem EU-Beitritt zur Euro-Einführung, jedoch hat Prag – ebenso wie Polen und Ungarn – diesen Schritt nicht gesetzt.
