Rückbesinnung auf die Wurzeln Europas

Die Wertekonferenz von ­U-Turn for Europe

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Autor: B.T. Bilder: ZZ/Archiv Lizenz: –


Europa befindet sich in einer multiplen Krise. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit geht zurück, angesichts der Massenzuwanderung aus islamischen Ländern findet eine Bevölkerungsaustausch statt, und die von der EU propagierten „Werte“ sind in Wirklichkeit nichts anderes als Beliebigkeit und politische Korrektheit.

Aus der Überzeugung heraus, dass sich Europa in einer tiefgreifenden geistigen, kulturellen und identitären Krise befindet, entstand die kulturelle und wertkonservative Initiative U-Turn for Europe, die sich als Beitrag zur kulturellen Selbstvergewisserung Europas – vorpolitisch, friedlich, freiheitlich und ausdrücklich auf dem Boden der demokratischen Grundordnung – versteht. Für die von Stefan Korte gegründete Initiative U-Turn for Europe lebt Europa nicht trotz seiner Nationen, sondern durch sie. Nationale Identitäten, regionale Prägungen und kulturelle Überlieferungen stehen nicht im Widerspruch zur europäischen Idee, sondern bilden deren kulturelles Fundament. Besonders betont wird die Verantwortung für kommende Generationen, wobei Freiheit, Würde und Maß sowie das christliche Erbe Europas von herausragender Bedeutung sind.

Gustav Kasselstrand: Der Parteivorsitzende der Alternative für ­Schweden übte heftige Kritik an der Europäischen Union

Am 11. und 12. April veranstaltete U-Turn for Europe in Wien eine Wertekonferenz, zu der sich im Ferdinandihof im fünften Gemeindebezirk hochkarätige Referenten aus verschiedenen europäischen Ländern einfanden. Zu nennen sind beispielsweise Fürst Leo von Hohenberg, Thierry Baudet, Gründer und Präsident der im niederländischen Parlament vertretenen Partei „Forum für Demokratie“,  General Valdas Tutkus, ein ehemaliger Oberbefehlshaber der litauischen Streitkräfte, Gregory Lauder-Frost, Vizepräsident der Traditional British Group, Alessandro Boccaletti, Europakoordinator der italienischen Regierungspartei Lega. der estnische Parlamentsabgeordnete Anti Poolamets, der englische Autor und Künstler Alexander Adams, die weißrussische Politikwissenschafterin Eugenia Rupakova, Tomasz Kulman, Präsident der polnischen Denkfabrik Patrimonium Sancti Alberti oder der Historiker und Philosoph Cornelis Schilt, der mit seiner Initiative Lux Mundi die klassische europäische Hochschulbildung wiedereinführen will.

Die Vorträge vor geladenen Gästen, die die Lage in verschiedenen europäischen Ländern beleuchteten oder den Ist-Zustand unter dem Blickwinkel von Politik, Kunst, Kultur oder Philosophie analysierten, verdeutlichten, dass die geistige, kulturelle und moralische Krise mittlerweile ganz Europa betrifft, wenngleich den östlichen Teil des Kontinents, der einst von kommunistischen Diktaturen beherrscht wurde, etwas weniger. Als Ursachen der gegenwärtigen Krise wurden die Masseneinwanderung, der Werteverfall, der sich unter anderem in Wokeness äußert, und die Folgen der 68er-Bewegung genannt. Der britische Politikwissenschafter John Laughland betonte, dass der Nihilismus – der Glaube an Nichts – dann das Übel der heutigen Zeit erzeuge, nämlich (linke) Ideologie, Propaganda und Gewalt.

Einigkeit bestand darin, dass die Europäische Union an der gegenwärtigen Krise ein großes Maß an Mitschuld trägt. Gustav Kasselstrand, Parteivorsitzender der Alternative für Schweden, betonte, dass das heutige Europa zutiefst anti-europäisch sei, weil es die Grundlage, auf der Europa aufbaut – den Nationalstaat – ablehnt und sie untergrabe. Der bulgarische Rechtsanwalt und Missiologe Viktor Kostev wiederum wies auf die zentrale Bedeutung des Christentums für die europäische Zivilisation hin, was sich in der maßgeblichen Prägung der kulturellen, rechtlichen und politischen Strukturen Europas zeige.

Am nächsten Tag diskutierten die Referenten des Vortags im kleinen Kreis Themen wie Wiederverwurzelung der europäischen Identität, nationale und europäische Souveränität, Migration und Demografie, Medien und moralische Grundlagen für die Erneuerung Europas. Dabei wurde die Bedeutung des Christentums und die Notwendigkeit des Bewusstseins um die eigenen Werte und Wurzeln betont. Im Bereich der Souveränität wurde auf die Bedeutung der Energiesouveränität und die aus EU, NATO und Gerichten wie dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ausgehenden Probleme hingewiesen.

Die EGMR-Rechtsprechung betrifft insbesondere auch den Bereich der Migration. Hier herrschte Einigkeit über die Notwendigkeit verstärkter Remigration, wobei die Einwanderung aus islamischen Ländern und die damit einhergehende Islamisierung Europas – ein Teilnehmer sagte, die Moslems wollen sich nicht integrieren, sie wollen uns übernehmen – als besondere Herausforderung erkannt wurde.

Die am zweiten Konferenztag erarbeiteten Ergebnisse werden die Grundlage bilden für die „Wiener Erklärung“ von U-Turn for Europe. Stefan Korte, der Organisator der Konferenz, betonte abschließend: „Was wir heute hier begonnen haben, ist weit mehr als nur eine Konferenz. Es ist der sichtbare Auftakt eines Projekts, das vor wenigen Monaten nur im Kopf eines Einzelnen existierte – getragen von der festen Überzeugung und dem Willen, die fortschreitende Dekultivierung seiner Nation und unseres Kontinents nicht weiter tatenlos hinzunehmen.“

Und weiter: „Doch so unterschiedlich die Themen auch erscheinen mögen, sie führen alle auf einen gemeinsamen Kern zurück: den Verlust von Orientierung, von Maß und von kultureller Verankerung. Gerade deshalb kann und darf die Antwort nicht allein politisch sein. Sie muss wesentlich tiefer greifen. Sie muss dort ansetzen, wo Identität entsteht, wo Werte weitergegeben werden und wo das Verständnis für Geschichte und Verantwortung geformt wird. Politik ohne ein klares Verständnis von Identität, Werten und Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Allgemeinheit führt früher oder später immer wieder zu denselben Problemen und letztendlich in die Katastrophe.“

Außerdem erklärte Korte, dass zunächst der Aufbau einer tragfähigen Struktur im Mittelpunkt stehe, was bedeute, Mitglieder für den Förderverein gewinnen, Unterstützer ansprechen und vor allem aktive Mitstreiter finden, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und dieses Projekt mit Leben zu erfüllen. Ein zentraler Schwerpunkt für 2026 liege auch im Ausbau der europäischen Präsenz. Noch in diesem Jahr werden Niederlassungen u.a. in Litauen, Norwegen, dem Vereinigten Königreich und Italien gegründet und ebenfalls noch in diesem Jahr werde der Thinktank von U-Turn for Europe seine Tätigkeit aufnehmen.

Ein besonderer Fokus liegt, wie Korte betonte, auf der Arbeit mit jungen Menschen. Erste Jugendreisen sind geplant, um ihnen den Zugang zur eigenen kulturellen Identität zu erleichtern, Neugier zu wecken und ein Verständnis für die eigene Geschichte zu vermitteln. Und abschließend: „U-Turn for Europe ist kein Projekt für Zuschauer und Labertaschen, es ist ein Projekt für Mitgestalter. Für Menschen, die nicht akzeptieren, dass unsere kulturelle Substanz verloren geht. Für Menschen, die nicht bereit sind, sich weiterhin mit Oberflächlichkeiten zufriedenzugeben. Und für Menschen, die verstanden haben, dass echte Veränderung immer dort beginnt, wo man selbst Verantwortung übernimmt.“

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