Das Packerl unterm Baum

Ein Kommentar von Manfred Tisal

by admin2

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Wer freut sich nicht auf ein Geschenk unter dem Christbaum. So klein es auch immer ist, die Hauptsache, es kommt von Herzen. Das glaubt auch die Bundesregierung und macht Schlagzeilen mit der Großzügigkeit der Ankündigung einer „spürbaren“ Erleichterung, was den Strompreis anbelangt – für das nächste Jahr. Für den einfachen Haushalt bedeutet das eine Reduktion der Energiekosten um vier Euro pro Monat. Wau, echt spürbar. Dafür bekommt man gerade noch einen Kilo Brot. Wenn man hungert, echt spürbar. Herzlichen Dank im Namen aller Bürgerinnen und Bürger des Landes!

Na ja, nachdem wir ja kein Einnahmeproblem haben, hält sich auch der Verlust von Steuergeld in Grenzen. Über das Ausgabenproblem möchte ich kein Wort verlieren. Über die Frage nach dem Warum soll sich jeder selbst den Kopf zerbrechen. Vor allem die Politiker und sogenannten „Verantwortlichen“ für das Desaster im Staatssäckel, in dem, so scheint es, Monat für Monat das Loch größer wird. Ein Loch, das auch im Familien-Haushaltsbudget ebenfalls immer größer wird. Tagtäglich steigen die Preise in allen Bereichen. Kontinuierlich und schleichend, damit es nicht so auffällt. Cent um Cent.

Die Mieten zum Beispiel werden angehoben, obwohl im Wahlkampf eine Mietpreisbremse in Aussicht gestellt wurde. Aber auch die gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften zeihen nach, obwohl die meisten der Mietobjekte gebaut wurden, als die Preise noch „stimmten“. Also um mehr als die Hälfte der heutigen Kosten und zudem noch großzügig gefördert. Wenn eine Wohnung schon beinahe zwei Drittel des monatlichen Einkommens verschlingt, ist die Frage erlaubt, wieviel bleibt noch zum Leben. Und das wird auch immer teurer. Wenn schon nicht der Preis, dann die geringere Menge für den gleichen Preis.

An den Supermarktkassen wird das Personal zudem angehalten, die Waren im Eilzugtempo über den Kassenleser zu ziehen. Die Möglichkeit einer Kontrolle am Bildschirm ist ausgeschlossen. Da ist ja noch der Kassenbon, da kann man ja nachkontrollieren. Wird ein Fehler entdeckt, heißt es: „Na ja, das kann schon mal passieren“. Oder: „Haben Sie nicht gelesen, was auf dem Preisschild steht? Der Preis gilt nur wenn sie zwei Stück kaufen! Ätsch, hineingefallen oder nicht aufgepasst. Na ja, was den Kassenbon anbelangt, hat unser Finanzminister ja die zündende Idee einer Kassenbonlotterie. Also künftig sammeln und einsenden. Wenn das alle machen, dann besteht die Gefahr, dass das Ministerium, oder wo auch immer die Ziehung stattfindet, in der Papierflut erstickt. Die Chance einen Treffer zu erzielen sinkt dann auf das Chancenniveau von Euromillionen oder Eurodreams.

Der Sinn einer derartigen Aktion ist nicht erkennbar. An der Steuerpflicht vorbei wird nicht in den Handelsgeschäften, sondern in den Handwerksbetrieben gearbeitet. Und zwar mit den Worten: „Brauchen Sie eine Rechnung?“  Fazit: Alles wird teurer. Schleichend, wenn möglich unauffällig aber kontinuierlich wird uns das Geld aus der Tasche gezogen, um das Ausgabenproblem zu lösen. Nur eines haben sich Frau und Herr Österreicher aber auch Waltraud sicher nicht gewünscht. Eine Katze, die sich selber in den Schwanz beißt.

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