Endlich: EMA gibt Superwaffe gegen Covid-19 frei

by admin2

Autor: U.K. Bild: PixxlTeufel auf Pixabay Lizenz: –


Monoklonale Antikörper dürfen nun auch in der EU eingesetzt werden

Die Humanmedizin-Kommission (CHMP) der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat am vergangenen Mittwoch, den 11. November, endlich die ersten Corona-Medikamente auf der Basis von Monoklonalen Antikörpern (mABS) zur Freigabe in der Europäischen Union empfohlen (hier).

Monoklonale Antikörper werden von namhaften Experten als „die“ Superwaffe gegen Covid-19 angesehen. Ein Medikament, das den Kampf gegen Corona so verändern dürfte wie seinerzeit die Entdeckung des Penicillins den Kampf gegen bakterielle Infektionskrankheiten: Ein hochwirksames Mittel, das bei den ersten Anzeichen einer Covid-Erkrankung einfach verabreicht wird und den Erkrankten dann innerhalb weniger Tage verlässlich heilt.

Ein monoklonaler Antikörper ist ein körpereigenes Protein (Immoglobulin), welches an bestimmten Stellen des Antigens, also des viralen Krankheitserregers, andockt und das Virus dadurch hindert, im Körper seine Schadenswirkung zu entfalten. Anders als die Antikörper, welche durch eine Impfung stimuliert werden sollen, wird es aber biotechnologisch im Labor erzeugt und dann mittels Injektion oder Infusion dem Patienten verabreicht. Im Körper angekommen, wirkt es exakt so wie das körpereigene Abwehrmittel, aber viel zielgerichteter, in größerer Zahl und vor allem ohne genetischen Eingriff in Körperprozesse.

Als erstes wurde jetzt dem Team Roche (Basel) + Regeneron (USA) mit seinem Antikörper-Cocktail Casirivimab/Imdevimab, der als REGN-COV in den USA und als Ronapreve in Europa vermarktet wird, die Freigabe erteilt. Ronapreve eignet sich nicht nur zur Behandlung von Akutfällen, sondern auch zur Infektionsprävention bei Kontaktpersonen, z.B. Familienangehörigen eines Erkrankten. Eines der ersten erfolgreichen „Versuchskaninchen“ für REGN-COV/Ronapreve war übrigens der damalige US-Präsident Donald Trump, der letzten Sommer mit 74 Jahren an Covid-19 erkrankte. Neben Ronapreve erhielt auch das südkoreanische Produkt Regkirona eine Freigabeempfehlung.

Die großen Schweizer Pharmafirmen, wie eben Roche oder Novartis, die immerhin zur absoluten Weltspitze gehören, haben sich überhaupt nicht am allgemeinen Wettrennen um Covid-19-Impfstoffe beteiligt. Dort hatte man nämlich frühzeitig erkannt, dass Corona-Impfstoffe in etwa so sein werden wie bei der klassischen Grippe: Durchaus hilfreich, aber nicht die wirkliche Lösung.

In den USA, Japan und der Schweiz sind diese mABS-Medikamente schon seit geraumer Zeit zugelassen. Die Empfehlung der EMA bedeutet leider noch nicht die sofortige Verfügbarkeit in der Europäischen Union. Dank der verschlungenen EU-Bürokratie muss nämlich die eigentliche Zulassung in einem separaten Rechtsakt durch die Europäische Kommission erfolgen, die dafür nun 67 Tage Zeit hat. Hoffen wir, dass die vielbeschäftigten Kommissare in Brüssel diese Frist nicht voll ausschöpfen werden.

Ein Hinweis in eigener Sache: ZurZeit hat in seiner Print-Ausgabe Nr. 36-37 schon vor gut zwei Monaten ausführlich über Wirkprinzip und wissenschaftliche Hintergründe dieser mABS-Medikamente berichtet. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, können Sie hier ein kostenloses Probeabo zum E-Paper bestellen <link>.

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