Schwimmendes AKW vs. Windräder

by admin2

Europa verschläft das „Great Game“

Der deutsche Journalist Gabor Steingart schrieb vor Kurzem von zwei getrennten Welten. Eine Welt, in der brennende Ölraffinerien in Saudi-Arabien für Unruhe sorgen. Und eine Welt, in der die internationale Autoausstellung für Unruhe sorgt. Steingarts Analyse ist durchaus recht zu geben. Jedoch ist er ein Stückchen zu nachsichtig mit den Klimademonstranten.

Während das klassische „Great Game“ um die Sicherung von Rohstoffen, Handelsrouten sowie Logistiklinien geführt wird bzw. die Störung der entsprechenden Linien des Gegners, beschäftigen sich Europas Politik, Medien und Jugend mit der Frage, wie der CO 2-Ausstoß in den nächsten zehn Jahren derart radikal verringert werden kann, dass die globale Erwärmung auf ein bis zwei Grad beschränkt wird.

Während Russland zusätzliche moderne S-400-Fliegerabwehrraketen im arktischen Meer stationiert, um seine strategischen Interessen zu sichern, ein schwimmendes Atomkraftwerk ins Nordmeer entsendet, um die Energieversorgung sicherzustellen, sich darauf vorbereitet, dass die Nord-Ost-Passage an Attraktivität gewinnt und die Rohstoffe der Region bald gehoben werden können, beschäftigt sich Europa mit der Frage, wie man mit E-Scootern in der Innenstadt umgehen soll.

Während Amerika mit Hilfe von Fracking und Deregulierung vom Energieimporteur zum -exporteur avancierte, seine Interessen mit Hilfe ökonomischen Containments und Verbündeten weltweit durchsetzt, chinesische Einflussnahme auf Grönland abwehrt, was für ungerechtfertigten Hohn und Spott sorgt, beschäftigt sich Europa mit der Frage, ob die EU-Kommission ausreichend gendergerecht beschickt ist.

Während China künstliche Inseln im südchinesischen Meer aufschüttet, um seine Präsenz ausbauen, die Seidenstraße Richtung Europa vorantreibt, um seine Bauwirtschaft zu stützen und die Einflussnahme auf die betroffenen Staaten auszuweiten, den Fluss von Rohstoffen aus Afrika, Südamerika und sogar den arktischen Gebieten zu sichern, beschäftigt sich Europa mit der Bestrafung des Vereinigten Königreichs. Dem Erfinder des Spiels, welches gerade gespielt wird.

Francis Fukuyama muss man eines hoch anrechnen. Er hat seinen Fehler eingesehen, als er nach dem Ende des Kalten Krieges vom Ende der Geschichte schrieb. In einem Interview erklärte Fukuyama auf die Frage der Entwicklungen der nächsten Zeit: Ganz einfach. Klassische Geopolitik. Rohstoffe, strategische Verkehrsverbindungen, militärische Stärke.

Bis dato gibt es keinerlei Aussicht auf Einsicht in Brüssel, Paris, Berlin etc.

[Autor: G.B. Bild: www.wikipedia.org/Felix Lizenz: CC BY 2.0]

 

 

Das könnte Sie auch interessieren