Im Präsidentschaftswahlkampf 2024 war eines der zentralen Versprechen von Donald Trump, keine neuen Kriege zu beginnen. Am 28. Februar 2026 begannen die USA an der Seite Israels einen Angriffskrieg gegen den Iran, dessen wirtschaftliche Folge „Joe Average“, wie „Otto Normalverbraucher“ in den USA genannt wird, besonders hart treffen. So stieg der Preis für eine Gallone Benzin (rund 3,8 Liter) von 3,30 Dollar im Jahr 2024 auf derzeit 4,30 Dollar. Gerade für die Mittelschicht, die die Kernwählerschicht der Republikaner darstellt, wird das Leben immer teurer.
Bei den Zwischenwahlen am 3. November bekamen nun die Republikaner die Rechnung für Trumps Krieg und gebrochene Versprechen präsentiert, indem sie die Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses verloren. Und mehr noch: Die linken Demokraten gewannen triumphal.
Zu denken geben muss den Republikanern, dass die Demokraten traditionelle republikanische Hochburgen erobern konnten. In Texas, dem wohl konservativsten aller US-Bundesstaaten, setzte sich bei der Senatswahl der Demokrat James Talarico gegen den von Trump unterstützten Republikaner Ken Paxton durch. Und in Kansas warf der Demokrat Adam Hamilton den Republikaner Roger Marshall aus dem Senat und ist damit der erste Demokrat seit 1932, der in diesem Bundesstaat einen Sitz im Senat gewonnen hat.
Die Frage ist nun, wie es in den Vereinigten Staaten weitergeht. Einerseits wird für Trump angesichts des demokratisch dominierten Kongresses das Regieren schwerer werden als in der ersten Hälfte seiner Amtszeit. Andererseits ist davon auszugehen, dass Trump aufgrund seiner problematischen Persönlichkeitsstruktur noch unberechenbarer handeln wird als bisher. So ist nicht von der Hand zu weisen, dass er, weil er nun nichts mehr zu verlieren hat, den Krieg gegen den Iran wieder mit voller Intensität aufnimmt in der Hoffnung, mit einer iranischen Niederlage seine Präsidentschaft retten zu können.
Damit droht Trump endgültig zum Sargnagel für die Republikaner zu werden, für die bei der Präsidentschaftswahl 2028 ungemein viel auf dem Spiel steht: Vizepräsident JD Vance, der bisher durch Umsicht, Vernunft und klarem konservativen Profil aufgefallen war, müsste mit Trumps Altlasten kämpfen, während die Demokraten deutlichen Rückenwind hätten. Und sollten die Demokraten zusätzlich zum Kongress auch noch das Weiße Haus kontrollieren, wären die Folgen gravierend: Mehr politische Korrektheit, mehr Wokeness, mehr Gender-Ideologie, mehr illegale Einwanderung und im Gegenzug dazu weniger Freiheit.
