Donald Trump hat die Bühne der UN-Generalversammlung genutzt, um seine schärfste Attacke gegen die Organisation bisher zu formulieren. In einer Stunde teils polemischer Rede stellte er die UNO als übergriffige, schwache Institution an den Pranger, die ihren eigentlichen Auftrag längst verraten habe.
Er prangerte an, dass viele Mitgliedsländer unkontrollierte Migration fördern und damit Europas Sicherheit untergraben würden. Er attackierte die Institutionen, die sich „nicht mehr dem Schutz ihrer Völker, sondern einem globalistischen Idealsystem widmen“. Bereits in den einleitenden Minuten begann Trump mit Häme über die technischen Pannen zu berichten: Die Rolltreppe stoppte, der Teleprompter versagte – für ihn Beweise eines inszenierten Sabotageversuchs.
Trump bezeichnete den UN-Klima-Pakt als „größten Schwindel, der je über die Welt gebracht wurde“, und erklärte, viele Prognosen über den Klimawandel seien „falsch oder übertrieben“. Zugleich verband er Wirtschaft, Sicherheit und Energiepolitik: Europa müsse sofort seine Energieabhängigkeit von Russland beenden – wer weiterhin russisches Öl kaufe, zerstöre sein Land.
Das Finale der Rede war eine Kampfansage. Nicht mehr Konferenzen, sondern Entschlüsse – das sei nun der neue Maßstab seiner Außenpolitik. Er appellierte an andere Staaten, sich einer Kooperation auf Augenhöhe zu verschreiben – und nicht mehr in globalistischen Machtstrukturen aufzugehen. Die UN, so seine Botschaft, muss sich entscheiden: Reform oder irrelevante Reliktorganisation.
Dieser Auftritt war kein diplomatisches Grußwort, sondern ein aktiver Destabilisierungsversuch gegen ein System, das Trump – und viele seiner Unterstützer – längst als politisches Feindbild begreifen. Ob die UNO eine Antwort findet, oder nur weiter im Elfenbeinturm verweilt, wird zeigen, ob sie noch eine Zukunft hat – oder ihr eigener Anspruch sie dereinst begräbt.
