Andrea Schurian: Koalitions-, SPÖ- und Babler-Schelte

Aus NU, dem „Jüdischen Magazin für Politik und Kultur“

by admin2

Autor: E.K.-L. Bild: Wikipedia/Franz Johann Morgenbesser Lizenz: CC BY-SA 2.0


In der neuesten Ausgabe des vierteljährlich erscheinenden Magazin NU (1/2026) findet sich auf Seite 26 ein Text der Chefredakteurin Andrea Schurian, der es in sich hat. Bereits der Titel Von der Partei zum Gesinnungsgrupperl verheißt für den Witzekanzler Andreas Babler und seine letzten Getreuen wenig Gutes. Von der klugen und Gott sei Dank nach schwerer Erkrankung wieder genesenen Andrea Schurian kriegt die Regierung gleich im Vorspann ihr Fett ab:

„Nach der längsten Koalitionspartnersuche seit 1945 fanden sich also im März Türkis, Rot und Pink zur 21-köpfigen Regierung zusammen. Ihren Sparsinn bewiesen die Koalitionäre gleich im ersten Monat ihrer Amtszeit – und investierten schlappe 1,75 Millionen Euro in extra Beratungen und Coaches. Eh klar, schließlich wollen alle Regierungsmitglieder gute Haltungsnote kriegen und wenigstens halbwegs fehlerfrei An- und Absichten ans potenzielle Wahlvolk bringen.“ Das klingt eher nicht so, als würde Schurian einem Gutteil der Ressortchefs eine weit überdurchschnittliche kognitive Begabung zutrauen. Dies, obwohl unser ABGB bei jedermann einen mittleren Grad der Begabung vermutet.

Nun nimmt sich Schurian (sie schreibt auch für die Tageszeitung „Die Presse“) die Babler-SPÖ vor: „Mittlerweile schaut es nämlich leider beinahe danach aus, dass im rot-roten Machtkampf die einst staatstragende Arbeiterpartei, die zwischen 1971 und 1983 sogar dreimal die absolute Mehrheit erlangte, zum Gesinnungsgrupperl schrumpft. Alle verfügbaren Energien gegen Mitkämpfer aus den eigenen Reihen statt gegen politische Mitbewerber aufzuwenden, war früher ÖVP-Markenzeichen, jetzt ist es offenbar Alleinstellungsmerkmal der SPÖ geworden.“

Zu Polit-Staplerfahrer Andreas Babler führt Schurian aus: „Nach seinem Sieg über Doskozil gab der Babler gern und oft Interviews, und mitunter gab er freilich recht gegensätzliche Wortmeldungen zum Besten. So bekannte er sich in einem Puls24-Interview, Marxismus sei eine gute Brille, um auf die Welt zu schauen. Ich bin Marxist, ich bin marxistisch orientiert, seit meiner Jugendorganisation. Aber ‚Marxist‘ ist natürlich ein hartes Wort manchmal. Als ihn nur wenige Stunden später Armin Wolf in der Zib2 befragte, ob er Marxist sei, beteuerte er Nein überhaupt nicht. Aha.“ Leicht spöttisch schiebt Schurian den Satz nach: „Denken in Widersprüchen wäre eigentlich doch eh ein bisserl marxistisch.“ Sie kennen sicher den Dreisprung These – Antithese – Synthese. Aber ganz unter uns: Ob Herr Babler jemals von den Gesetzen der Dialektik etwas mitgekriegt hat, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.

Schließt bekommt Gottvater Karl Marx selbst noch ein paar Hiebe von der gestrengen Journalistin: Der habe seinen Schwiegersohn als „Abkömmling eines Gorillas“ bezeichnet, seinen sozialistischen Mitbewerber Ferdinand Lassalle hieß er gar „Ephraim Gescheit“; dessen Schriften wollte Marx nur lesen, „wenn sie nicht nach Knoblauch duften“.

Soweit Andrea Schurian, Chefredakteurin des jüdischen Magazins NU (Herausgeberin ist Danielle Spera), das nach eigener Angabe eine Auflage von 4.700 Stück hat. Das durchaus ansprechende, intellektuell hochstehende Medium verfügt anscheinend über einen tüchtigen Werber für Inserate. So scheinen in der Ausgabe 1/2026 folgende Organisationen mit Einschaltungen auf: Stadt Wien (man sucht ganzseitig Kindergärtner; ob die Rathausleute ausgerechnet bei der NU-Leserschaft fündig werden, ist eher anzuzweifeln), Land Oberösterreich, Außenministerium, Bundeskanzleramt (mit Haben Sie Fragen an das Bundeskanzleramt?), GÖD-Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Arbeiterkammer Wien, und schließlich ein ganzseitiges Inserat des ÖVP-Parlamentsklubs samt dem Foto einer erlauchten Persönlichkeit. Ja, Sie haben richtig geraten – August Wöginger. Unter uns: Da kann ja wirklich nichts mehr schiefgehen.

Das könnte Sie auch interessieren