Viktor Orbán skizziert Ungarns Standpunkt in der Asylfrage

by John Tuscha

Autor: E.K.-L. Bild: wikipedia/Elekes Andor Lizenz: publicCC 1.0


Illegale, die einmal im Land sind, wird man nicht mehr los

Im üblichen Freitaginterview für das Budapester Kossuth-Radio formuliert Ministerpräsident Viktor Orbán am 10. November seine Ansichten zur Asylfrage. Er kritisiert neuerlich die inkompetente EU-Führung in Brüssel. Die nachfolgenden Ausführungen basieren auf einem Bericht der renommierten deutschsprachigen Budapester Zeitung.

Orbáns grundlegende These: Wie jemand die Migration beurteilt, hänge davon ab, ob derjenige Kinder habe. Wer keine Kinder hat, könne die Angelegenheit persönlich betrachten. Eltern fragen sich aber auch, was für ein Land sie ihren Kindern und Enkeln übertragen. Es gebe natürlich Eltern, die sich nicht um das Wohl ihres Nachwuchses sorgen. Andere, zu denen er sich selbst zähle, wollen ihren Kindern die Chance auf ein gutes Leben gewähren.

Laut dem ungarischen Premier werde man erfahrungsgemäß illegale Migranten, die man einmal ins Land gelassen hat, nicht wieder los. Dann aber müssten die nachfolgenden Generationen ihr Leben in einer unsicheren Welt leben, mit Terror, Verbrechen und Gaza-Minighettos. Um ein solches Szenario zu verhindern, gibt es nur eine Lösung:  Man dürfe die illegalen Einwanderer erst gar nicht ins Land lassen.

In zahlreichen westeuropäischen Ländern, den früheren Kolonialmächten, war laut Orbán ein friedliches Miteinander schon vor 2015 kaum noch denkbar. Seither sei es nur mehr eine mathematische Frage, wie sich die Relationen zwischen den Angehörigen unterschiedlicher Zivilisationen verschieben werden. Und damit ende, so der Ministerpräsident, die Geschichte des eigenen Landes. Es gibt heute Länder in Westeuropa, deren Einwohner in einem anderen Land sterben, als in das sie einst geboren wurden.

Ungarn verlangt von der EU nicht mehr und nicht weniger, als dass diese dem Land nicht eine Politik aufzwingen soll, die bereits den Westen ruiniert habe. Er, Orbán, habe das Glück, als Politiker bei seinen Abwägungen zur illegalen Einwanderung nicht Rücksicht auf eine Bevölkerungsschicht von 10-20 % an Migranten nehmen zu müssen, denn: Ungarn hatte 2015 Herz und Verstand am rechten Fleck, um nicht den gleichen Fehler wie der Westen zu begehen.

 Das ungarische Toleranzangebot an den Westen, an die Deutschen, die Franzosen und an Brüssel laute konsequent, man mische sich nicht in deren Angelegenheiten ein, wünsche aber Akzeptanz, dass Ungarn diese Dinge anders betrachtet. Die EU aber lehnt dieses Toleranzangebot ab, weil Brüssel eine einheitliche Migrationspolitik für ganz Europa wünscht. Man will eine Umverteilung der eigenen Migranten und Ungarn zum Aufbau von „Migrantenghettos“ nötigen. Jedoch: Ungarn gehöre den Magyaren samt den autochthonen Volksgruppen, die allein bestimmen sollten, wie man in diesem Land zu leben hat. Orbán kritisiert, dass die jetzige EU-Führung in Brüssel nicht die Interessen der europäischen Bürger, von Ungarn, Deutschen oder Franzosen, wahrnimmt, sondern vielmehr die Interessen einer globalistischen Elite verfolgt.

Was den von Brüssel geplanten EU-Beitritt der Ukraine betreffe, so lehnt Budapest Beitrittsverhandlungen ab, weil die Ukraine so weit von einer EU-Mitgliedschaft entfernt sei wie Makó von Jerusalem (ein Sprichwort), also Lichtjahre. Makó ist übrigens eine Kleinstadt im Südosten Ungarns.

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