Der Grund für diesen plötzlichen Reaktor-Boom ist nicht nur klimapolitischer Pragmatismus, sondern kalte Rechenlogik. Der künstlichen Intelligenz gehört die Zukunft, doch die dafür nötigen Rechenzentren verschlingen Strom in unvorstellbaren Mengen. Allein bis 2028 müssten laut Morgan Stanley mindestens 36 Gigawatt neue Leistung ans Netz gehen, und das zu einem Preis von mehreren Billionen Dollar. Und: grüne Träume liefern keine Grundlast.
Die USA reagieren: Mit dem Geld aus dem Energieministerium sollen vor allem moderne Kernkraftwerke – große und kleine – gebaut werden. Auch alte Reaktoren sollen reaktiviert werden. Der Trump-Plan sieht den Bau von mindestens zehn Großreaktoren bis 2030 vor. Private Investoren wie Microsoft, Amazon und Meta drängen bereits in den Markt, aber ohne den Staat geht es nicht, denn, wie ein Experte treffend sagte: „Man kann Geld drucken, aber keine Energie.“
Deutschland hingegen marschiert unbeirrt in die entgegengesetzte Richtung. Auf der COP30 demonstrierte man erneut moralische Überlegenheit und ignorierte dabei völlig die globale Realität. Emissionen steigen weltweit, Länder wie China, Indien, Kanada oder Großbritannien verabschieden sich von Netto-Null-Zwängen. Nur Brüssel – und ausgerechnet Berlin – halten stur an einem Ideal fest, dass längst niemand sonst mehr ernst nimmt. Die Folge sind höhere Kosten, geringere Wettbewerbsfähigkeit und industrielle Abwanderung.
Während also in den USA dutzende neue Kernkraftwerke geplant werden, sind hierzulande alle stillgelegt – trotz Rekordinflation, Energiearmut und steigender CO₂-Emissionen durch Kohle-Rückfälle. Die deutsche Klimapolitik mutiert zum Schildbürgerstreich: moralisch aufgeladen, wirtschaftlich desaströs, geopolitisch naiv.
