Kein Denkmal für den Befreier Wiens

Stadt verweigert Polenkönig Jan III. Sobieski die gebührende Ehrung

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Autor: B.T. Bild: Wikipedia/GT1976 Lizenz: CC BY-SA 4.0


Am 12. September jährt sich die Schlacht am Kahlenberg zum 343. Mal. 1683 schlug ein deutsch-polnisches Entsatzheer unter Führung des polnischen Königs Jan III. Sobieski die Osmanen und beendete damit die Zweite Türkenbelagerung Wien. Die Schlacht am Kahlenberg markierte einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte, weil sie das Vordringen der Osmanen nach Mitteleuropa und damit die Gefahr einer Islamisierung beendete und in weiterer Folge die Türken immer weiter auf den Balkan zurückgedrängt werden konnten.

Seit Jahren fordert deshalb die FPÖ, aber auch die ÖVP, die Errichtung eines würdigen Denkmals für Sobieski auf dem Kahlenberg. Bislang steht nur ein Sockel, den die von einer privaten Initiative  gestiftete und finanzierte Statue – es wären also der Stadt und damit den Steuerzahlern keine Kosten entstanden – wurde bislang nicht aufgestellt. Anscheinend, weil der politische Wille dafür fehlt. Im November 2024 teilte Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) in einer Aussendung mit, die Stadt Wien werde „keine Bühne errichten, die für ausländerfeindliche Hetze und das Schüren von islamfeindlichen und antitürkischen Ressentiments instrumentalisiert werden kann“. Sie folge damit „wissenschaftlichen Erkenntnissen“. Eine weitere Erklärung ist, dass die SPÖ auf eingebürgerte Türken, die für sie eine wichtige Wählergruppe darstellt, Rücksicht nimmt.

Wenig überraschend sind auch die linkslinken Grünen gegen ein Sobieski-Denkmal. Deren Kultursprecherin Ursula Berner meinte im August, die Frage sei, „welches Geschichtsbild wollen wir heute im öffentlichen Raum sichtbar machen? Und welches Gesellschaftsbild wollen wir damit vermitteln? Die Darstellung eines Helden zu Pferd ist jedenfalls kein zeitgemäßes Erinnern“. Außerdem behauptete Berner, Sobieski diene europaweit immer wieder „als Projektionsfläche nationalistischer und rechtsextremer Bewegungen“. Schließlich würden in Österreich die Identitären gezielt auf Sobieski zurückgreifen.

Anders sieht es Polen. Marta Nawrocka, die Ehefrau von Staatspräsident Karol Nawrocki, besuchte vor wenigen Tagen eine Gedenkveranstaltung auf dem Kahlenberg. Dabei verlas Kabinettschef Szefernaker im Namen von Nawrocki einen Brief. Darin betonte der polnische Präsident, die polnischen Sieger hätten Österreich und andere christliche Länder „vor der Eingliederung in einen unterdrückerischen muslimischen Staat“ bewahrt – und langfristig den Weg für die „Befreiung der Völker Mittel- und Südeuropas von diesem schweren Joch“ geebnet. Nach der Diktion Kaup-Haslers schürt Nawrocki wohl „islamfeindliche und antitürkische Ressentiments“ und nach Berners Denkweise ist der Präsident Polens vermutlich ein nationalistischer Rechtsextremer.

Während die Stadt Wien auf der einen Seite Sobieski die gebührende Ehrung in Form eines Denkmals verweigert, hat sie auf der anderen Seite kein Problem damit, dass sich an einem Haus in der Schönbrunner Schloßstraße in Meidling eine Gedenktafel für den kommunistischen Diktator Josef Stalin befindet, der für den Tod von Millionen Menschen verantwortlich ist.  Ein Antrag auf Entfernung dieser Tafel der Schande fand bislang keine Zustimmung der Stadt.

Schnell mahlen in der rot–pink regierten Bundeshauptstadt hingegen die Mühlen der Bürokratie, wenn es um nichtlinke historische Persönlichkeiten geht. So wurde das Denkmal des 1910 verstorbenen christlich-sozialen Bürgermeisters Karl Lueger am Stubentor wegen Antisemitismusvorwürfen um ein paar Grad zur Seite geneigt.  In diesem Zusammenhang war der Kultursprecher der Wiener FPÖ, Lukas Brucker, im Februar der Stadt in einer Gemeinderatsdebatte vor, „nach zweierlei Maß zu messen und auf dem linken Auge blind“ zu sein. Während die Entfernung der Stalin-Tafel inzwischen seit Jahren geprüft werde, würde die Stadt mit dem Kippen des Lueger-Denkmals um wenige Grad für mehr als 800.000 Euro vorpreschen. Auch kritisierte Brucker die Ablehnung eines „Verteidigers Wiens“ in Form eines Denkmals für Jan Sobieski und forderte ebenfalls in einem Antrag die Errichtung des zugesagten Denkmals.

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