In Portugal hat sich ein politischer Dammbruch vollzogen, den Europas linke Eliten nur schwer ignorieren können: Die Rechtspartei Chega („Es reicht!“) stellt nach den Kommunalwahlen vom Wochenende erstmals mehrere Bürgermeister. In Albufeira, São Vicente und Entroncamento errang die Partei absolute Mehrheiten – ein Achtungserfolg im traditionell linksliberalen Portugal, der vor allem eins bedeutet: Die patriotische Welle rollt auch auf der iberischen Halbinsel an.
Mit 11,9 Prozent wurde Chega landesweit drittstärkste Kraft. Parteichef André Ventura zeigte sich erfreut, aber nüchtern: „Dies war kein Sieg in dem Umfang, den wir uns gewünscht hatten.“ Gleichzeitig sprach er von einem „historischen Schritt“, um auf kommunaler Ebene Verantwortung zu übernehmen.
Noch liegt die Mitte-Rechts-Partei PSD von Premierminister Luis Montenegro knapp vorne – mit 34,4 Prozent in verschiedenen Bündnissen. Die Sozialisten (PS), einst Platzhirsche im Land, kamen nur noch auf 33,2 Prozent. Doch das Wahlergebnis ist mehr als ein Zwischenschritt – es markiert die territoriale Verankerung einer Partei, die sich nicht länger nur auf symbolische Oppositionsrhetorik beschränken muss.
Spätestens seit der Parlamentswahl im Mai, bei der Chega mit 22,8 Prozent zur zweitstärksten Kraft aufstieg, ist klar: Das politische Kartell in Portugal wankt. Die regierende PSD – ohnehin geschwächt durch eine Korruptionsaffäre und den Verlust eines Misstrauensvotums – stützt sich notgedrungen auf wechselnde Mehrheiten. Eine stabile Zukunft sieht anders aus.
Chega hingegen ist klar positioniert: radikale Senkung der Migration, Massenabschiebungen, law and order. Auch die Todesstrafe soll nach dem Willen der Partei wieder diskutierbar sein – ein Tabubruch in einem Europa, das sich moralisch über jeden Zweifel erhaben wähnt, aber im Innersten zunehmend verunsichert ist.
International zeigt Chega klare Kante: Gemeinsam mit Frankreichs Rassemblement National, Spaniens Vox und Ungarns Fidesz gehört sie zur neuen EU-Fraktion „Patrioten für Europa“. Was Brüssel als Rechtsruck dämonisiert, empfinden immer mehr Bürger als Rettungsanker: Identität, Sicherheit, Selbstbestimmung.
Portugal liefert ein neues Puzzlestück im sich verdichtenden Bild einer politischen Wende in Europa. Chega ist gekommen, um zu bleiben.
