Deutschland demontiert sich selbst

Das Ende der Kernkraft als nationale Bankrotterklärung - ein Kommentar von Georg Schroeter

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Bild: Wikipedia/Felix König Lizenz: CC BY-SA 3.0


Deutschland hat am 25. Oktober 2025 endgültig seine letzten Kühltürme gesprengt – in Gundremmingen, Bayern. Es war ein symbolischer Akt von fast biblischer Tragweite. Während andere Nationen ihre Kernenergie ausbauen, um Unabhängigkeit, Versorgungssicherheit und technologische Souveränität zu gewährleisten, zerstört die Bundesrepublik die Grundlage ihres industriellen Erfolges – und feiert es als Fortschritt. Die Bilder der einst mächtigen Türme, die in einer Wolke aus Staub verschwinden, stehen sinnbildlich für eine Nation, die sich selbst aufgibt.

Georg Paul Schroeter (AfD) ist Bundestagsabgeorndeter, dort gehört er dem Haushaltsausschuss und dem Rechnungsprüfungsausschuss sowie als stellvertretendes Mitglied dem Ausschuss für Wirtschaft und Energie an (Bild: AfD-Fraktion)

Kernenergie war jahrzehntelang das Rückgrat deutscher Leistungsfähigkeit. Sicher, hocheffizient und international anerkannt, trug sie verlässlich ein Drittel zur Stromproduktion bei. Es war diese verlässliche Grundlast, die den wirtschaftlichen Aufstieg des Landes ermöglichte, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit garantierte und Millionen Arbeitsplätze sicherte. Doch Ideologen ersetzten Technik durch Moral, Wissenschaft durch Gesinnung. Die Grünen machten aus der Energiepolitik eine Glaubensfrage – und die anderen Parteien folgten, getrieben von Angst und Opportunismus.

Der Schock von Fukushima

Angela Merkel nutzte 2011 den Schock von Fukushima, um sich selbst als „Retterin der Nation“ zu inszenieren, und kapitulierte vor dem Zeitgeist. Seitdem läuft Deutschland in die energiepolitische Katastrophe: Rekordpreise, Produktionsrückgänge, Stromimporte aus dem Ausland – oft aus Kernkraftwerken, die man moralisch verachtet, aber praktisch dringend braucht. Eine Regierung, die Energie importiert, die sie im eigenen Land verbietet, hat jedes politische und intellektuelle Fundament verloren.

Heute zeigt sich die Tragweite dieses Wahnsinns: Deutschland verliert nicht nur Arbeitsplätze, sondern seine industrielle Seele. Die Kernenergie hätte die Grundlage einer modernen, sauberen und sicheren Energieversorgung bleiben können. Stattdessen spricht man von „erneuerbarer Moral“ und „klimaneutraler Utopie“, während mittelständische Betriebe ihre Tore schließen. Die USA, Frankreich und sogar China investieren Milliarden in neue Reaktoren, während Deutschland die Schaufel ansetzt, um den Rest seines Wohlstands zu begraben.

Wer glaubt, Energiepolitik könne durch Verzicht, Verbote und Schuldgefühle gestaltet werden, versteht nichts von Physik

Wer glaubt, Energiepolitik könne durch Verzicht, Verbote und Schuldgefühle gestaltet werden, versteht nichts von Physik und noch weniger von Verantwortung. Kernenergie bedeutet Berechenbarkeit, Sicherheit, Souveränität – drei Begriffe, die im politischen Berlin längst aus dem Wortschatz verschwunden sind. Der deutsche Weg ist kein Fortschritt, sondern eine Bankrotterklärung.

Die Sprengung von Gundremmingen war daher mehr als ein technischer Vorgang – sie war der Moment, in dem Deutschland endgültig bewiesen hat, dass Ideologie stärker sein kann als Vernunft. In einer Welt, die nach Energie hungert, hat man in Berlin beschlossen, die Lichter auszuschalten. Und das Schlimmste daran: Man hält es noch immer für ein Zeichen moralischer Überlegenheit.

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