Schwarz und aus

by admin2

Autor: Manfred Tisal Bild: PxHere Lizenz: –


Ein Szenario, das uns eigentlich Angst einjagen müsste. Dieser Blackout, von dem selbst Fachleute in letzter Zeit sagen, dass er irgendwann einmal kommen wird. Im Klartext: Kein Strom. Alles finster. Kein Licht, kein warmes Wasser, keine Handylademöglichkeit, kein Kühlschrank, keine Gefriertruhe, kein Fernsehen. Selbst der Einkauf von Lebensmitteln ist nicht möglich, da die Kassen in den Supermärkten ohne Strom nicht funktionieren und auch die Bankomaten und Banken müssen angesichts der Abhängigkeit von Energie, sprich Strom, ihre Türen schließen. Auch Krankenhäuser fürchten ein Eintreten dieser Situation.

Es ließe sich endlos fortsetzen, auf was wir alles bei einem Blackout verzichten müssten. Es ist aber nicht der kleine Stromausfall nach einem Schaden am Transformator, oder ein Defekt an der Stromzufuhr, sondern schlicht und einfach ein totaler Zusammenbruch des gesamten Stromnetzes. Aber warum kann es zu einem Blackout kommen? Das Wasser fließt weiter und treibt die Turbinen an, der Wind bläst nach wie vor und bewegt die Windräder. Kohle liegt, zum Fördern und Antreiben der zur Stromerzeugung notwenigen Öfen bereit, in den Bergen und Halden der Abbaugebiete. Die Sonne scheint und nährt die Fotovoltaik- und Solaranlagen und in den erdölproduzierenden Ländern sprudelt weiter das schwarze Gold aus dem Boden. Lediglich beim Gas gibt es Probleme aufgrund des Krieges zwischen Russland und der Ukraine. Und dies auch nur, weil eine selbstverschuldete Abhängigkeit dazu geführt hat.

Was also ist es, das uns Angst machen soll? Ist es die zunehmende Elektrifizierung der Verkehrsmittel, die zu Stoßzeiten die Netze leeren? Oder ist es der Versuch einer Rückkehr zum Atomgedanken? Ein neues Zwentendorf, gegen das sich Österreich schon einmal erfolgreich gewehrt hat. Selbst die Grünen lassen sich weichklopfen und beginnen die Umweltfreundlichkeit von Atomkraftwerken zu loben. Keine Rede von Entsorgungsproblemen. Sowohl von Brennstäben, als auch von Autobatterien. Was also ist es, das zum Blackout führt? Am Ende aller Überlegungen stehen die Gier der Energiekonzerne und das einnehmende Wesen der Hochfinanz. An der Spitze der Staat, Politiker und Aktionäre, die sich nicht scheuen, hemmungslos in die Taschen der energieabhängigen Bevölkerung zu greifen. Dies wird durch das Versprechen eines Energiekostenzuschusses bestätigt, das, einem Gießkannensystem gleich, an die Haushalte verschickt wird.

Und es geht ganz einfach. Formular ausfüllen, retournieren und auf Antwort warten. Sie kommt noch im selben Jahr. Dann erst kann man bei seinem Energielieferanten den Gutschein einlösen, der dann die 150 Euro auf zwölf Monate, gleichmäßig verteilt, der Stromrechnung gegenrechnet. Was aber mit Sicherheit im selben Zeitraum auch noch passieren wird, liegt auf der Hand. Wenn schon alles teurer wird, warum nicht auch die lebenswichtige Energie, deren Grundstoff übrigens nichts kostet. Also verteuert man den Strom noch schnell, bevor die Gutschrift zum Tragen kommt, um dann zu sagen, der Preis ist zwar höher, die Kosten sind aber die gleichen geblieben. Nebenbei bemerkt, ist das auch ein lukratives Geschäft für den Fiskus, der Miteigentümer der Energiekonzerne ist. Jetzt braucht man nicht mehr dreimal zu raten, wer der Dumme ist.

Manfred Tisal ist Kabarettist, Moderator, Autor und Journalist.

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