Weh dem, der lügt

by admin2

Autor: Manfred Tisal Bild: PxHere Lizenz: –


… lautet der Titel eines Lustspiels von Franz Grillparzer, das sogar den Großmeister des Kriminalfilms Alfred Hitchcock zu einem Film inspirierte. Krimi und lustig. Passt das zusammen? Aktuell ja! Denn wenn man den Worten unserer Politiker lauscht, dann ist offensichtlich, dass gelogen wird. Im Besonderen was die prognostizierte Energiekrise anbelangt. Wir brauchen Gas, um zu gewährleisten, dass die Bürger den Winter überstehen, ohne zu frieren. Doch es gibt zu wenig Gas. Erste Lüge. Denn wer sagt das? Es gibt genug davon. Nur nicht verfügbar, weil Putin nicht liefern darf. Dafür nimmt man in Kauf, dass riesige Flüssiggastanker auf tausenden Seemeilen mit mehr CO2 die Luft verpesten, als alle Autos der Welt in einem Jahr ausstoßen.

Unsere Energieministerin spricht davon, dass die Energieversorgung in diesem Winter gesichert ist. Zweite Lüge. Warum reduziert man dann die Raumtemperaturen in öffentlichen Gebäuden auf 18 Grad und dies sogar auf Androhung einer Strafe, sollte die Verordnung nicht eingehalten werden? Warum bemüht sich unser Kanzler gemeinsam mit seinem bayrischen Amtskollegen an den Gestaden der Insel Krk darum, Flüssiggaslieferverträge abzuschließen, um die Versorgung in Zukunft zu sichern, während die Brüsseler Spitzen einen Energiepreisdeckel ablehnen? Gehen Österreich und Bayern eigene Wege, ohne die hilflose EU zu Rate zu ziehen oder zu informieren?

Und was macht die EU? Wie schon immer, wenn es um die Lösung von Problemen geht, nichts. Ein schlafender milliardenverschlingender bürokratischer Moloch mit einer gescheiterten Verteidigungsministerin an der Spitze, die nachholen will, was sie in ihrer Funktion, bevor sie EU-Chefin wurde, verabsäumt hat. Die Armutsfalle hat, wie man hört, bereits den Mittelstand erreicht. Die Politik beteuert aber, angesichts der massiven Teuerung den Bürgern zu helfen und unter die Arme zu greifen. Vielen dürften jedoch angesichts dieser Aussage bereits die Haare unter den Achseln vor lauter Hineingreifen ausgegangen sein. Denn merkbar ist von der Hilfe nicht viel. Alles wird teurer, wohin man schaut. Nächste Lüge also!

Ich berichtige. Am Wahrheitsgehalt der Aussagen unserer Volksvertreter ist zu zweifeln.
Sollte, wie in vielen Fällen, die Gerichtsbarkeit einen Spruch fällen müssen, gilt natürlich die Unschuldsvermutung, bis die Sache vergessen ist und ein neuer Skandal aufs Tapet kommt, der den vorangegangenen Skandal in den Schatten stellt.

Manfred Tisal ist Kabarettist, Moderator, Autor und Journalist.

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