„Die Ökumene ist seit dem ­Zweiten Vatikanum etwas anderes!“

by admin2

Bischof Richard Williamson über Papst Franziskus und die Abkehr vom ­Glauben, den Putsch gegen Ratzinger und die Rolle der Neuen Weltordnung beim Kampf gegen die Kirche

Hier finden Sie das Interview im Original (Englisch)

Weihnachten ist der zweitwichtigste Feiertag der Christen. Glauben Sie, dass die gegenwärtige Art der Feier der Geburt Jesu Christi immer noch im Einklang mit den ursprünglichen Absichten der christlichen Religion steht, oder ist das heute etwas anderes?
Bischof Richard Williamson: Es ist nicht ganz klar für mich, was mit „ursprünglichen Absichten“ und „der gegenwärtigen Art der Feier“ gemeint ist, oder wie sich die beiden unterscheiden. Für mich ist es aber sicher, dass die Art, die Weihnachtsliturgie zu feiern, wie Joseph Ratzinger daran aus seiner Kindheit im südlichen Deutschland gewohnt war, die Lobpreisung Gottes darstellte. Das gesamte Volk verehrte dabei mit seinem ganzen Herzen, besonders in der Messe, das neugeborene Kind: „Christ, der Retter, ist da!“

Richard Nelson Williamson, geb. am in 8. März 1940 in London, wurde am 30.Juni 1988 vom emeritierten Erzbischof Marcel Lefebvre gültig zum Bischof geweiht, und zog sich deswegen die Exkommunikation als Tatstrafe zu.
Die Aufhebung der 1988 festgestellten Exkommunikation durch Papst Benedikt XVI. im Jahre 2009 löste Kontroversen auch innerhalb der Römisch-Katholischen Kirche aus, insbesondere, da Williamson den Holocaust kleingeredet hatte. Am 24. Oktober 2012 schloss ihn die Pius-Bruderschaft wegen Ungehorsams als Mitglied aus. Nach seinem Ausschluss widmete sich Williamson der Gründung und Betreuung der Priestergemeinschaft Marcel Lefebvre (auch SSPX Resistance genannt), bestehend aus Dissidenten der Piusbruderschaft, die sich deren Annäherung an die Römisch-Katholische Kirche widersetzen.
Am 19. März 2015 weihte Williamson unerlaubt Jean-Michel Faure und am 19. März 2016 den Prior des Benediktinerklosters Santa Cruz in Nova Friburgo, Tomás de Aquino OSB, zu Bischöfen. Mit dieser Weihe 2015 zog sich Williamson von Papst Franziskus erneut die Exkommunikation als Tatstrafe zu.

 

Die Römisch-Katholische Kirche mit dem „Hauptquartier“ in Rom feiert die Weihnachtsfeiertage „wie üblich“. Bei Papst Franziskus hat man indessen das Gefühl, dass sich die Schwerpunktsetzung verschoben hat. Er möchte gerne der Papst für die Armen sein, für die Benachteiligten und für jene, die am stärksten der christlichen Barmherzigkeit bedürfen. Wie ist dazu Ihre Meinung?
Williamson: Tatsächlich vermittelt Papst Franziskus den Eindruck, dass er die gesamte christliche Religion durch einen marxistischen Filter pressen möchte. So übernehmen bei ihm die materiell Armen eine ihnen nicht zustehende Rolle, weil nicht mehr die geistliche Rettung der Seelen für den Himmel im Vordergrund steht, sondern das Hervorheben des materiellen Wohlstands. Dabei geht er von einer sozialen Ungleichheit aus, die den Wohlstand ungerecht verteilt.
Wir haben in obiger Frage unsere Empfindung dargestellt, dass Papst Franziskus die Betonung auf Barmherzigkeit und Nähe zu den Armen legt. Diese Schwerpunktsetzung wird auch in anderer Hinsicht von ihm in der Öffentlichkeit zelebriert. Können Sie diese Meinung und Kirchenpolitik teilen, oder welchen Eindruck haben Sie von dieser Politik?
Bischof Williamson: In seinem Buch „L’hérésie du XXe siècle“ verfolgt Jean Madiran diese Häresie zurück zu dem fortschreitenden Verlust des katholischen Glaubens unter den französischen Bischöfen des 19.  Jahrhunderts. Dies in Abhängigkeit von ihrer Bewunderung der modernen Welt mit ihren „Fortschritten“. Damit meinten sie die immer stärkere Übernahme durch den Marxismus im geistigen Glauben und im Herzen der Kirchenleute. Also wird der Blickwinkel unseres Herrn, „Ihr habt allzeit Arme bei euch …“ von jenem von Marx übernommen. Dabei versteckt sich hinter des Papstes offenkundiger Sorge für die Armen in Wirklichkeit seine Instrumentalisierung für die Revolution gegen Gott, dessen, was Marx privat „Lumpenproletariat“ nannte. Deshalb bedeutet „Barmherzigkeit“ nicht mehr die Bereitschaft Gottes, die Sünden zu vergeben, wenn die Menschen sie wirklich bereuen, sondern eher einen geistlosen und schädlichen Genuss den Sündigen gegenüber, unabhängig, in welchem Ausmaß sie Gott beleidigt haben. Glauben Marxisten an Gott? Nur insoweit, als sie ihm spotten und trotzen können!

Wenn wir von Papst Franziskus sprechen, erhebt sich die Frage, wie Sie den Rücktritt von Benedikt XVI. beurteilen und seinen Austausch durch Papst Franziskus?
Williamson: Was auch immer die ernsthaften Versäumnisse Benedikts XVI. als gelehrter Modernist gewesen waren, in seiner Empfindung verblieben und verbleibt immer etwas Katholisches. Das handelte gewissermaßen als Bremse auf die Modernisierung der Kirche, mit der Folge, dass für die Neue Weltordnung (NWO) die Revolution in der Kirche zu langsam stattfand. Denn zeigt nicht die große Covid-Lüge, wie eilig die NWO es hat, die Welt mit ihrer Gottlosigkeit zu erobern? Nachdem es der NWO nicht gelang, Bergoglio im Konklave 2005 (das immer noch den eher konservativen Ratzinger vorzog) gewählt zu bekommen, führte sie einen Putsch in der Kirche durch, um Ratzinger los zu werden. Zuerst starteten die gemeinen Medien unter der Kontrolle der NWO eine weltweite Kampagne, in der sie behaupteten, Ratzinger wäre jener Kirchenmann, der hauptverantwortlich für die „Pädophilie“ unter Kirchenmännern wäre. Damit wollten sie Ratzinger fertig machen und auch dadurch, dass sie ihn von jeder Geldbewegung im Vatikanstaat abschnitten, indem sie innerhalb seiner Grenzen das amerikanische Geldsystem SWIFT ausschalteten. Nur 24 Stunden nachdem Ratzinger zurückgetreten war, war der Geldgeber im Vatikan wiederhergestellt, gerade so, als ob die NWO prahlen würde: „Schaut, was wir für Euch bewegen können, wenn ihr nicht das tut, was wir wollen.“ Die Neue Weltordnung war gleichfalls wiederhergestellt.
Was die zwei Päpste betrifft, so ist klar, dass es nur einen Papst geben kann. Das schiene jetzt Franziskus zu sein, trotz guter Katholiken, welche behaupten, es sei immer noch Benedikt XVI.

Die Situation Ihrer früheren Organisation, der Pius-Brüderschaft, hat sich in der Zeit von Benedikt XVI. zu Franziskus ziemlich verändert. Was war da der Grund?
Williamson: Mit seinen konservativen Empfindungen zeigte Benedikt wirkliche Sympathie für die Pius-Brüder. Er hatte allerdings nicht die Freiheit, für die volle kanonische Anerkennung zu sorgen, bevor er effektiv abgesetzt wurde. Soweit Papst Franziskus betroffen ist, so spielt er mit den Pius-Brüdern und ihren Führern ein „Katz- und Maus-Spiel“. Diese nicht unbedingt intelligenten Führer lassen dieses Spiel zu, weil sie so sehnsüchtig die offizielle Anerkennung von den römischen Modernisten herbeiwünschen. Deshalb hat Franziskus ihnen auch nicht jene Anerkennung gegeben, die Benedikt ihnen geben wollte, dafür täuscht er aber große Zuneigung zu den Pius-Brüdern vor. Und deren Führer nehmen das für bare Münze… „Oh du großer, böser Wolf …“, sagte das Rotkäppchen, „… was hast du für große Zähne!“ Mit einem breiten Grinsen stimmte der große, böse Wolf vollkommen zu.

Wie beurteilen Sie Ihre Trennung von den Pius-Brüdern?
Williamson: Genauso wie die „Exkommunikation“ des Erzherzogs Lefebre­ 1988 durch die offizielle Kirche in Rom. Seine Reaktion war: „Ich gehörte niemals ihrer ‚Konzilskirche‘ an, wie konnten sie mich davon ausschließen?“ Sie richtete sich nach dem Aussehen, der Erzbischof richtete sich nach der katholischen Wirklichkeit. „Urteile nicht nach dem Aussehen, sondern richte nach dem rechten Urteil“ – Worte unseres Herrn (Jn.VII,24).

Wie beurteilen Sie die Rolle der Medien in ihrer persönlichen Hinsicht? Würden Sie das jüdische Problem heute noch einmal so handhaben?
Williamson: Die „Gemeinen Medien“, wie ich sie immer wieder nenne – in den USA bezeichnet sie der bewundernswerte Dr. Paul Craig Roberts als „presstitutes“ –, folgen ihren Herren, welche in der großen Mehrzahl der Neuen Weltordnung angehören. Die NWO ist von dem Ehrgeiz getrieben, den Schöpfer in Seiner eigenen Schöpfung zu ersetzen. Das mit dem Ziel, dass alle Seelen, die Er schafft, die Hölle bevölkern werden und nicht den Himmel. Aus diesem Grund, da Gott die Wahrheit ist (Jn. XVI, 6), sind die Medien, die der NWO dienen, mit Lügen gefüllt.
Sie dienen ihrem Herrn (Jn. VIII,44.). Ich bete, „Lieber Gott, lass mich dem Meinen dienen, unserem Herrn Jesus Christus.“ Nachdem die Medien 2008/2009 versuchten, mir den Garaus zu machen, kann ich auch heute mit Genugtuung sagen, dass ich nichts bedauere, weil ich mit bestem Wissen und Gewissen die Wahrheit gesagt habe. Merkwürdig ist aber, dass Anfang 2009 der Skandal eine Anzahl „Ungläubiger“ dazu gebracht hat, über die Katholische Kirche nachzudenken.

Um auf Papst Franziskus zurückzukommen, er hat zwischenzeitlich eine ganze Liste von Enzykliken veröffentlicht. Viele davon zeigen höhere Weltlichkeit als Spiritualität. Der Papst scheint manchmal stärker dem Marxismus verbunden zu sein als der katholischen Tradition. Soll sich die christliche Kirche in diese Richtung bewegen?
Williamson: Der Marxismus ist sicherlich nicht der Weg, den die Kirche einschlagen sollte. Wenn man die Enzyklika von Pius XI. aus dem Jahr 1937, Divini Redemptoris, liest, findet man, dass seine Analyse des Kommunismus mit dessen Atheismus beginnt, der gewissermaßen seinen Grundstein darstellt. Wie kann also jemand mit Atheismus beginnen, um die Kirche zu entwickeln? Kommunisten machen alles, um die Kirche auszulöschen! Allerdings versuchen sie, diese Tatsache zu verstecken, um eben die Kirche besser auslöschen zu können.

Papst Franziskus versucht in gleicher Weise, die Katholische Kirche immer näher an die Moslems und die Juden heranzuführen und verlässt so immer mehr den christlichen Glauben. Wenn das so weitergeht, werden die Christen­ ihren wesentlichen Unterschied von allen anderen Religionen früher oder später verspielt haben. Wie denken Sie in dieser Hinsicht?
Williamson: Zitat aus dem Alten Bunde: „Ich bin ein eifersüchtiger Gott, and deswegen sollst Du keine Götter haben außer mir.“ Die Ökumene ist ein Wort, das sich nach Vatikan II (Anm. d. Red.: II. Vatikanisches Konzil 1962–1965 unter Johannes XXIII. und Paul VI.) verändert hat. Vorher bedeutete sie die Ausdehnung des einen wahren Glaubens auf alle Menschen dieser Welt. Sie alle sollten, von Gott gewollt, in den Himmel mit Hilfe seiner einzig wahren Kirche aufsteigen. Das war der katholische Glaube, wie er von den Katholiken ausgeübt wurde. Nach Vatikan II bedeutet „Ökumene“ eine Ausdehnung auf alle Menschen der falschen Religionen. Damit würden alle Irrtümer mit der Wahrheit im Sinn eines – um mit dem neuen, heiligen Wort zu sprechen – Dialoges gleichrangig sein. So soll offenbar die Wahrheit vom Irrtum lernen. Die Wahrheit kann zwar von irregeleiteten Menschen lernen, was diese immer noch von der Wahrheit halten, so etwa wie der Hl. Hieronymus die jüdische Sprache von Rabbis lernte. Die Wahrheit aber kann absolut nichts von den Irrtümern fehlgeleiteter Menschen lernen. Vatikan II, eine Ansammlung von Katholiken, die höchsten Kirchenmänner eingeschlossen, hat den Halt der objektiven Wahrheit verloren. Diese hängt nicht von subjektiv empfindenden Menschen ab: sie ändert sich nicht und schließt auch den geringsten Widerspruch aus. Das ist ein fremder Begriff für moderne Menschen, die modernisierten

Katholiken eingeschlossen. Aber wenn es keine Wahrheit gibt, wie soll es dann einen wahren Gott geben?
Was wären Ihre Schlüsselanliegen, wären sie der Papst in Rom?
Williamson: Ich würde das Profil so niedrig wie möglich halten. Dadurch dürfte ich hoffen, nicht ermordet zu werden, bevor ich alles in meiner Macht hätte tun können, um die Bischöfe dieser Welt wieder auf ihre katholischen Füße gestellt zu haben.
Damit meine ich, sie zurück in die reiche Fülle des (nicht nach Vatikan II) katholischen Glaubens zurückzubringen. Wie ich das machen würde? Niemals ohne die außerordentliche Wirkung Gottes und die direkte Hilfe der Heiligen Jungfrau ­Maria.

Das Gespräch führte Walter Tributsch.

[Autor: Bild: Wikipedia/Lothar Wolleh Lizenz: CC BY-SA 3.0]

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