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Früher, in der DDR, gab es Stadtbilderklärer. Andernlands hießen sie Fremdenführer, heute nennt man sie neudeutsch Touristenguides. Die Stadtbilderklärer in Weimar, Gera, Jena und anderswo erklärten neben Historischem und Ortskulturellem Stadtbilder, die Besuchern aus dem anderen Teil Deutschlands allerdings doch sehr verwandt und daher gar nicht unbedingt so sehr erklärungsbedürftig vorkamen. Abgesehen natürlich von realsozialistischen Verlotterungen, aber dazu wurde ohnehin beflissen geschwiegen.
Heute dagegen sind viele deutsche Stadtbilder sehr erklärungsbedürftig geworden. Nicht nur Touristen aus dem Ausland gegenüber, sondern auch Einheimischen, die viele Ecken und Winkel ihrer eigenen Städte immer weniger wiederzuerkennen vermögen. Und das nicht erst nach Einbruch der Dunkelheit.
Wenn Bundeskanzler Friedrich Merz, wie jetzt geschehen, einen Zusammenhang zwischen dem von ihm angeführten „Stadtbild“ bundesdeutscher Kommunen und der Massenmigration sowie einer Notwendigkeit von Remigrationsmaßnahmen herstellt, so ist ihm rechtzugeben. Der Druck der Massenmigration in das Land hinein, zumal aus dem arabischen Raum und Afrika, hat hier vieles verändert. Zusätzlich zu der Belastung des Sozialsystems, Verwerfungen im Bildungssystem, Irrläufern wie der gerichtlichen Akzeptanz moslemischer Kinderehen, einem Erstarken des aggressiven Antisemitismus‘, dem erschreckend hohen Anteil migrantischer Täter an Rauschgifthandel, Vergewaltigungen, Messerattacken und Terrortaten hat die irreguläre, faktisch illegale Massenmigration Deutschland tatsächlich auch – sagen wir: eine optische Änderung der Erscheinungsweise seiner Städte beschert.
Die anderen Aspekte sind sehr wohl gravierender, existenzieller. Weswegen von den politischen und medialen Promotern und Lautsprechern der Umwandlung Deutschlands durch Massenmigration viel getan wird, die offenkundigen Fakten zu beschönigen, umzuinterpretieren, zu verbiegen und zu vertuschen.
Vor der eigenen Tür, im Stadtbild, aber steht die Veränderung, die ihrem Land geschehen ist, den Bundesdeutschen jeden Tag aufs Neue direkt vor Augen. Der Anblick lügt nicht. Er lässt sich nicht vertuschen, es sei denn, man schaut weg oder verschließt die Augen. Er ist real. Es ist ein Anlick, der verstörend wirkt. Nicht im beschaulichen Tecklenburg vielleicht. Oder in Rothenburg ob der Tauber. Oder in anderen Orten, die noch eine unverbogene, ungebrochene Identität erahnen lassen. Aber fahren Sie mal nach Bad Salzuflen. Vlotho. Osnabrück. Duisburg-Marxloh. Gelsenkirchen. Köln. Berlin. Beschönigende Geister verzeichnen das, was dort zu sehen ist, als kulturelle Vielfalt, akademischer als Diversität, weltläufiger als Internationalität. De facto aber ist es eine Orientalisierung und Afrikanisierung. Doch, ja, eine Entdeutschung. Auch eine Enteuropäisierung. Was es war, schwindet. Was es wird und schon ist, darf einen skeptisch stimmen. Sogar alarmieren.
Ich weiß nicht, wie es Ihnen damit geht, dass man in immer mehr deutschen Städten den Eindruck bekommt, in eine Vorstufe französischer Banlieus geraten zu sein. Ich für meinen Teil kann nur sagen: Ich möchte keine arabisierten, afrikanisierten, frauenverschleierten Stadtbilder, die den Verlust des Eigenen und europäischer Zivilisation markieren und die eben nicht nur optische Landnahme durch fremde Kulturen und Religionsideologien. Und ich halte diesen Wunsch nicht für „extremistisch“, sondern für schlichtweg normal: Man möchte das eigene Land wiedererkennen können, wenn man vor die Haustür tritt.
Für normal halte ich diesen Wunsch nach einem weiterhin erkennbaren Eigenen auch im Sinne eines kulturellen Überlebensinteresses. Es sei denn, man hängt einem nationalen oder kulturellen Masochismus‘ an, wie viele Bundesdeutsche ihn kultivieren – in dieser kruden Selbstverachtung sogar ausnahmsweise einmal besonders stolz auf sich, weil sie ihr stillgehegtes Verschwindenwollen für eine weltvorbildliche weltoffene Haltung halten und nicht für ärmlichen Selbsthaß.
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