Der Kriminalpolizei Nürnberg und der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ist es gelungen, einen großangelegten Betrug im Zusammenhang mit Deutsch- und Einbürgerungstests aufzudecken. Laut Aussendung des Polizeipräsidiums Mittelfranken konnten mehrere Tatverdächtige festgenommen werden.
Bei der aufgedeckten Betrugsmasche handelt es sich nicht um gefälschte Sprachzertifikate, sondern um den sogenannten Vermittlerbetrug. Konkret gelang es im Oktober 2025 den Beamten, einen sogenannten Vermittler – bei ihm handelt es sich um einen 39-jährigen Iraker – auf die Spur zu kommen. Dieser schickte Personen, die als Stellvertreter bezeichnet wurden, zur Prüfung. Die Stellvertreter, die gut so gut Deutsch sprachen, dass sie die Prüfung für die „Kunden“ des Vermittlers erfolgreich ablegen konnten, legten den Prüfern gefälschte Dokumente mit dem Bild des Stellvertreters und den Personalien des „Kunden“ vor. Daher war es den Prüfern unmöglich, den Schwindel zu durchschauen und sie stellten ein echtes Zertifikat aus, das den jeweiligen Behörden dann für die Ausstellung einer Aufenthaltserlaubnis oder für die Einbürgerung vorgelegt wurde. Um sich mittels eines Stellvertreters das gewünschte Zertifikat zu erschwindeln, mussten die Auftraggeber Beträge zwischen 2.500 und 6.000 Euro bezahlen.
Im Rahmen verdeckter operativer Maßnahmen konnte im Januar 2026 ein 22-jähriger Deutscher noch während seiner Stellvertreterprüfung im Prüfungsraum festgenommen werden. Und dieser Tatverdächtige, der genauso wie der Vermittler in Untersuchungshaft genommen wurde, ist kein Einzelfall. Wie die weiteren Ermittlungen ergaben, hatte der 39-jährige Iraker ein florierendes kriminelles Geschäft aufgezogen. Denn im Dezember 2025 befanden sich etwa 20 Stellvertreter aus Nordrhein-Westfalen auf dem Weg zu einer Sprachschule zur Durchführung von Sprachtests. Außerdem laufen Ermittlungen zu weiteren Vermittlern, Stellvertretern und Kunden.
