L
Noch vor dem Ersten Weltkrieg war die Royal Navy unangefochten die stärkste Seemacht, eine Position, die die Briten ab 1919 mit den USA teilen mussten. Damit war es 1945 vorbei. Immerhin konnten die Briten die Position der zweitgrößten Seemacht erhalten. Aber nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion nahm die Erosion der britischen Marine beängstigende Ausmaße an. Auf dem Papier umfasst die Royal Navy 64 Schiffe, darunter zwei Flugzeugträger, sechs Zerstörer, acht Fregatten und zehn Atom-U-Boote. Russland verfügt – je nach Quelle – über 300 bzw. 600 Einheiten, darunter 60 nuklear angetriebene U-Boote. Die Flotte der Chinesen ist bedeutend größer und Indien vermehrt seine Seestreitkräfte erheblich.
Die Einsatzbereitschaft der Royal Navy ist schlecht. Drei der ganz neuen U-Boote der „-stute“-Klasse liegen seit zwei Jahren in der Werft. Der Zerstörer „Daring“ ist seit 300 Tage im Trockendock. Während Großbritannien im Pazifik gegenüber China den „starken Maxen“ markiert und eine Kampfgruppe mit vier Einheiten zur Abschreckung der Chinesen entsendet, bleiben zur Verteidigung der Heimat gerade noch ein Zerstörer, zwei Fregatten und einige U-Boote.
Die „Daily Mail“ deckte auf, dass auf dem strategischen U-Boot „Vigilant“ Besatzungsmitglieder „bewusstseinserweiternde“ Drogen konsumieren. Am 15. Mai wurde Gwyn Jenkins neuer Seelord. Sein Vorgänger Benyamin Key musste wegen einer Affäre mit einer jungen Offizierin gehen. Aber Jenkins steht gleichfalls Ärger ins Haus. Die Briten hatten 25.000 Afghanen Einreise und Einbürgerung zugesagt. Der neue Seelord will das aber verhindern. Allerdings nicht, weil er sich um eine Überfremdung Großbritanniens sorgt, weil er – nach Angaben der BBC – Kriegsverbrechen vertuschen will.
