In England wurden am Pfingstwochenende nicht nur Rekordtemperaturen für Mai verzeichnet, sondern auch fast 1.000 illegale Einwanderer, die sich, über den Ärmelkanal kommend, unrechtmäßigen Zutritt ins Vereinigte Königreich verschafft hatten. Die BBC berichtet, dass zwischen Freitag und Montag 989 Personen illegal das Vereinigte Königreich erreicht hatten, nachdem fast zwei Wochen lang keine Überfahrten stattgefunden hatten. Das bedeute, dass mehr als jeder Zehnte, der in diesem Land vom europäischen Festland gekommen ist, während des Pfingstwochenendes ankam.
Das britische Innenministerium erklärte, es gehe „hart“ gegen Überfahrten mit kleinen Booten vor und verwies auf ein Abkommen mit Frankreich, um „die Kontrollen an den Stränden zu verstärken und Menschenschmuggler hinter Gitter zu bringen“. Wie sich am verlängerten Wochenende zeigte, dürfte dieses Abkommen mit Frankreich in der Praxis doch nicht so gut funktionieren wie vom Innenministerium behauptet wird.
Ein Problem für sich sind minderjährige illegale Einwanderer, bzw. erwachsene Migranten, welche die britischen Behörden anlügen und behaupten, noch nicht 18 Jahre alt zu sein. Die Zeitung „The Sun“ berichtete, dass zehn der 19 Migranten, die in Kent in Pflegefamilien oder Kinderbetreuungseinrichtungen untergebracht wurden, sich als Erwachsene entpuppten. Schatteninnenminister Chris Philp von den oppositionellen Konservativen kritisierte, dass dadurch Kinder, die in Heimen sind, in Gefahr gebracht werden. Außerdem verwies Philp auf „absurde Fälle, in denen illegale Einwanderer, darunter ein sudanesischer Mann mit zurückgehendem Haaransatz und Gesichtshaar, sich als Kinder ausgeben, obwohl sie eindeutig erwachsen sind“.
