Chancenungleichheit an Schulen?

Kommentar von Elisabeth Dieringer, MdEP: "Ein Integrations- und Migrationsproblem wird in „sozioökonomisches“ Problem umbenannt"

by admin2

Bild: PxHere Lizenz: –


Am 12. Mai 2026 fand die Präsentation der UNICEF Innocenti Report Card 20: „Unequal Chances – Children and economic inequality“ in Florenz statt. In diesem Bericht des Forschungs- und Strategiebüros UNICEF Innocenti geht es um den Zusammenhang zwischen ökonomischer Ungleichheit und dem Wohlergehen von Kindern unter anderem in den Bildungslandschaften wohlhabender Länder. Die Autoren des Berichts untersuchen dazu 44 Hoch­einkommens- und OECD-Länder, wobei UNICEF unter anderem bei den Probanden Kompetenzen abprüft. Beispielsweise geht es etwa darum, wie viele 15jährige Mindeststandards in Lesen und Mathematik erreichen.

Mag. Elisabeth Dieringer (FPÖ) ist Abgeordnete zum Europäischen Parlament

Die Ergebnisse werfen kein gutes Licht auf den Bildungszustand europäischer Länder. Österreich zum Beispiel liegt bei den Bildungskompetenzen mit Rang 8 zwar deutlich vor Deutschland, das katastrophal abgeschlagen auf Platz 34 rangiert. Frankreich hat Platz 9, Dänemark Rang 7 inne. Italien sieht mit Rang 25 zwar schlechter aus, reiht sich aber immer noch deutlich vor Deutschland ein. Insgesamt ist die Entwicklung europaweit jedoch tatsächlich besorgniserregend. Denn es zeichnen sich in nahezu allen Ländern mit den gleichen Bildungsdaten tendenziell sinkende Grundkompetenzen, wachsende soziale Spaltung, Sprachdefizite, Disziplinprobleme, Integrationskonflikte bei den Schülern und Auszubildenden ab.

So erreichen in der Bundesrepublik Deutschland nur 60 Prozent der 15jährigen die Mindeststandards in Lesen und Mathematik. Und man ahnte es bereits: Schüler OHNE schneiden in den meisten Ländern besser ab als Schüler MIT Migrationshintergrund, weil letztere vor allem mit sprachlichen Barrieren zu kämpfen haben – wenn sie es denn überhaupt tun; auch frühe Schulabbrüche steigen, genauso wie die Zahl der Schulschwänzer.

Der soziale Abstand ist laut UNICEF ursächlich: Von Jugendlichen aus „sozioökonomisch benachteiligten“ Familien beherrschen nur 46 Prozent die Grundkompetenzen; bei Jugendlichen aus privilegierten Familien sind es immerhin 90 Prozent. Letztlich wird allerdings die völlig verfehlte Migrationspolitik der EU mit dem Massenansturm auf besonders österreichische und deutsche Bildungseinrichtungen so zu einem sozioökonomischen Gefälleproblem etikettiert. Oder: Gäbe es das migrationsbedingte Problem kultureller Unterschiede in Sprache, Vorbildung, Religion und Elternhausförderung nicht, lägen die zutage tretenden Kompetenzmarken mit Sicherheit höher. Da aber auch hier der Langsamste offenbar das Tempo bestimmt, entstehen nicht zuletzt unter anderem auch durch Integrationsunwilligkeit der Migranten große Lücken zwischen den Leistungsniveaus.

Eines ist ebenfalls klar: Eine Schule, die nicht mehr zuverlässig Lesen, Schreiben, Rechnen, Konzentration und Disziplin vermitteln kann, integriert nicht. Wer Kinder ohne ausreichende Sprachkenntnisse in Regelklassen setzt, schadet allen: den einheimischen Kindern, den Lehrern und den migrantischen Kindern. Sprachdefizite sind vorrangig Ursachen der Bildungsarmut und Kompetenzunfähigkeit. Dazu kommt, dass die OECD einen negativen Einfluss auf das Bildungsgeschehen an Schulen durch häufig mangelhafte Sicherheitssituationen erkannte. Eine Schule, in der Störer den Ton angeben, benachteiligt die Lernwilligen nämlich. Das tut auch das Beschönigen oder Totschweigen religiöser und kultureller Spannungen unter den Schülern – Stichwort: aggressive Zwangsislamisierungsversuche auf deutschsprachigen Schulhöfen, „halal“ Schulspeisungen und anderer Unfug.

Die Lösungen liegen auf der Hand und sind auf den Punkt gebracht: Migration stoppen, Sprache des Gastlandes zuerst. Regeln gelten für alle. Gewalt raus, Leistung rein und alle Eltern in Verantwortung nehmen. Zu guter Letzt muss die Leitkultur des Gastlandes als integrativer Impulsgeber für die, die bleiben dürfen, konsequent durchgesetzt und gelebt werden.

Das könnte Sie auch interessieren