Es ist mehr als nur eine Momentaufnahme: Der neueste Forsa-Trend vom 22. Juli 2025 zeigt eine tektonische Verschiebung im Parteiensystem – zumindest im Meinungsbild. Die AfD erreicht mit 25 Prozent ein historisches Hoch und zieht damit mit der Union gleich, die gegenüber der Vorwoche einen Punkt einbüßt.
Ein Prozentpunkt Zuwachs für die AfD – das mag statistisch kaum bemerkbar erscheinen, doch politisch ist es ein Paukenschlag. Es ist das Symbol einer Bevölkerung, die das Vertrauen in das Altparteienkartell verliert – vor allem in jene Union, die mit Friedrich Merz einen Kanzler stellt, der zwar als „führungsstark“ gilt, aber kaum Vertrauen genießt.
Nur 29 Prozent der Deutschen halten Merz für vertrauenswürdig – 67 Prozent lehnen das ab, darunter auch 30 Prozent seiner eigenen Wähler. Selbst in den Hochburgen der vermeintlichen Mitte bröckelt das Fundament. Bei den AfD-Wählern liegt sein Vertrauenswert bei sagenhaften drei Prozent – eine verheerende Bilanz für einen Mann, der die Mitte wieder groß machen wollte.
Auch der wirtschaftliche Ausblick fällt düster aus: 54 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung, nur 23 Prozent glauben an Besserung. Das Misstrauen in die Zukunft geht Hand in Hand mit dem Vertrauensverlust gegenüber der Regierung.
Die linksextremen Grünen stagnieren bei zwölf Prozent – genauso wie die Linke. Das SPD-Desaster geht weiter: nur 13 Prozent. FDP und BSW würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern – und das aus gutem Grund. Wer Beliebigkeit predigt, darf keine Begeisterung erwarten.
AfD-Chefin Alice Weidel reagierte gewohnt selbstbewusst auf die Zahlen: „Veränderung, Freiheit, Politik für die Bürger“ – drei Begriffe, mit denen sich viele Deutsche heute weit mehr identifizieren als mit „Transformation“, „Klimaneutralität“ oder „Demokratieförderung“.
