Wenn Milliardäre zurückrudern und Städte brennen – Die USA zwischen Musk, Trump und Kalifornien

Elon Musk sucht die Versöhnung mit Donald Trump, nachdem er ihn mit Epstein in Verbindung brachte. Gleichzeitig brennt Kalifornien – und die Lager stehen sich unversöhnlich gegenüber. Ein Blick auf ein zerrissenes Amerika.

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Autor: A.R. Bild: Wikipedia/Office of Speaker Mike Johnson Lizenz: public domain


Der reichste Mann der Welt knickt ein – zumindest vorerst. Elon Musk, Technik-Visionär, Unternehmer-Genie und Populärphilosoph im X-Format, ruderte öffentlich zurück. „Ich bereue einige meiner Posts über Präsident Donald Trump“, schrieb er. Besonders brisant war sein gelöschter Vorwurf, Trump sei in den „Epstein-Files“ namentlich erwähnt. Eine Grenzüberschreitung selbst für die Maßstäbe der US-Politik.

Vorausgegangen war ein handfester Machtkampf. Musk hatte sich gegen Trumps „Big Beautiful Bill“ ausgesprochen, weil dieser die E-Auto-Subventionen radikal kürzt – ein direkter Angriff auf Teslas Geschäftsmodell. Musk tobte – kündigte kurzerhand die „Deaktivierung des Dragon-Programms“ an, warb für ein neues politisches Lager, sprach von einem möglichen weiteren Impeachment gegen Trump. Und dann die Epstein-Bombe.

Doch nach dem Gewitter kehrte rasch Ernüchterung ein. Musk löschte die Attacken, räumte öffentlich Fehler ein – und zeigte damit: So viel Macht er auch besitzt, gegen Trump kann selbst ein Elon Musk nicht ewig aufbegehren. Denn Trump bleibt der Fixstern der republikanischen Basis – wer ihn angreift, riskiert nicht nur wirtschaftliche, sondern existenzielle Verluste im US-Machtgefüge.

Diese Szene ist nicht nur ein unterhaltsamer Schlagabtausch zweier Supermächte – sie ist symptomatisch für den Zustand der Vereinigten Staaten. Während Musk und Trump sich rhetorisch duellieren, brennt es im Westen: Los Angeles, einst Symbol für amerikanischen Fortschritt, ist zur urbanen Müllhalde verkommen. Trumps drastische Worte in Fort Bragg – von „transnationalen Gangs“ bis zu „Dritte-Welt-Invasion“ – mögen überzeichnet wirken, treffen aber einen wunden Punkt. In Teilen Kaliforniens herrscht längst rechtsfreier Raum.

Die Antwort aus Sacramento? Entrüstung, Moralisierung, Vorwürfe der Militarisierung. Während Trump Nationalgardisten und Marines zur Wiederherstellung der Ordnung entsendet, spricht Kaliforniens Gouverneur Newsom von „Traumatisierung“ durch Washington. Bürgermeisterin Karen Bass reagierte mit Ausgangssperre und klagte über „böse Akteure“. Währenddessen berichten Polizeieinheiten von Massenfestnahmen – und das Heimatschutzministerium weist auf die Festnahme von Sexualstraftätern und Schwerverbrechern hin.

Was sich zeigt: Die USA sind ein tief gespaltenes Land. Wirtschaftliche Giganten wie Musk wollen Politik machen, solange es den eigenen Interessen dient – überschreiten dabei Grenzen und bitten dann um Vergebung. Politiker wie Trump dominieren das Geschehen mit harter Rhetorik und unnachgiebiger Agenda. Und demokratische Hochburgen wie Kalifornien versinken im moralischen Selbstbild, während ihre Städte verrotten.

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