Endlich klare Worte in einer zunehmend durchideologisierten Bundesrepublik: Kanzler Friedrich Merz (CDU) lehnt es ab, das Reichstagsgebäude zum Christopher Street Day (CSD) mit der Regenbogenflagge zu beflaggen. Seine Begründung in der ARD-Talkshow „Maischberger“: Der Bundestag sei „kein Zirkuszelt“.
Ein Satz, der sitzt – und sofort Empörung auslöst. Von Grünen bis Linken überschlagen sich die Kommentare: „unterste Schublade“ (Polat), „rückwärtsgewandt“ (Movassat), „spaltend“ (Lauterbach). Die üblichen Empörungsrituale sind schnell zur Stelle, wenn sich jemand der alljährlichen LGBTQ-Beflaggung verweigert.
Doch bei aller politisch korrekten Hysterie: Merz hat inhaltlich recht. Das Parlament ist keine Litfaßsäule für wechselnde Gesellschaftskampagnen, sondern ein demokratisches Hoheitszeichen. Dort gehört die deutsche Fahne hin – und unter Umständen die europäische, so lange man noch EU-Mitglied ist.
Dass Merz in einem Satz CSD und Internationalen Tag gegen Homophobie verwechselt, passt allerdings zum Gesamtbild: Ein Kanzler, der nur zufällig Vernunft vertritt – und das auch nur solange, bis der Druck zu groß wird. Wer Merz kennt, weiß: Was heute noch gilt, wird morgen relativiert.
