Brauchen wir jetzt eine „ Kettensäge“ à la Milei?

Ein Kommentar von Markus Buchheit

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Bild: Flickr/Gage Skidmore Lizenz: CC BY-SA 2.0


Wahrlich keine rosigen Zeiten für die deutsche Wirtschaft. Die rot–grün–gelbe Regierungskoalition der vergangenen Legislaturperiode hat die Bundesrepublik in eine ökonomische Krise geführt, die sich sobald nicht wieder beheben lassen wird. Auch Österreichs Wirtschaftskrise ist umfänglich. 2024 mussten 4.156 österreichische Firmen in die Insolvenz gehen, was im Jahresvergleich ein Anstieg um etwa 23 Prozent bedeutet. Österreich befindet sich in der längsten Rezession der Zweiten Republik, in Deutschland rechnet die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) damit, dass das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2025 um 0,5 Prozent  schrumpfen wird.

Markus Buchheit ist Mitglied des Europäischen Parlaments (AfD).

Was nun genau passieren wird, ist allerdings ein Fall für die Kristallkugel. Die völlig aus dem Ruder gelaufene Masseneinwanderung, die komplett verquaste deutsche „Energiewende“, dirigistische Eingriffe seitens des Staates und der EU, das österreichische Haushaltsloch und das Billionen schwere „Sondervermögen“ in der BRD haben den beiden Volkswirtschaften schwer geschadet. Die Frage ist deswegen berechtigt: Brauchen wir einen wie den argentinischen Staatspräsidenten Javier Milei?

Argentinien, das früher mal zu den wohlhabendsten Ländern der Welt gehörte, wurde seit der Wahl des exzentrisch wirkenden Politikers im Dezember 2023 administrativ und ökonomisch durchforstet. Die Zahl der Ministerien wurde von 18 auf neun halbiert. 50.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes wurden entlassen. Mit einer umfassenden Rechtsreform sollen mittelfristig der Arbeitsmarkt liberalisiert, Steuergesetze und Rechtsverfahren vereinfacht, staatliche Unternehmen zum Teil privatisiert und Preiskontrollen und Exportbeschränkungen abgeschafft werden.

Argentinien führt unter Präsident Milei umfassende Reformen durch.

Durch strenge fiskalische Maßnahmen und Deregulierung konnte die Inflation von vorher über 200 bis Ende 2024 auf etwa 117,8 Prozent gesenkt werden. Die monatlichen Inflationsraten lagen im April 2025 schließlich bei 3,1 Prozent; Tendenz: unter zwei Prozent in der zweiten Jahreshälfte fallend.

Der Peso stabilisierte sich und wertete sogar gegenüber dem Dollar auf. Der Haushaltsüberschuss wurde früher als erwartet erzielt. Milei im TV-Interview: „Nach mehr als einhundert Jahren chronischen Haushaltsdefizits gehören wir heute zu den fünf Ländern der Welt, die nur das ausgeben, was sie einnehmen, und nicht einen Peso mehr.“

Mileis ökonomische Visionen sind aufgrund der strukturellen und mentalitätsbegründeten Unterschiede zwischen unseren Ländern und Argentinien natürlich nicht eins zu eins kopierbar. Dennoch sollten seine libertären Ansätze freiheitlichen Wirtschaftspolitikern, wenn sie in die Verantwortung kommen, nach detaillierter Analyse als echte Inspiration dienen.

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